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Weser-Kurier: Zum Abgang von Roland Koch bei Bilfinger schreibt Andreas Kölling:

Bremen (ots) - Spektakulär waren nur der Antritt und das Scheitern von Roland Koch an der Spitze des Baukonzerns Bilfinger. Dazwischen blieb es eher dünn. Der ehemalige hessische CDU-Ministerpräsident war als Industrieboss eine glatte Fehlbesetzung. Völlig unerfahren in der operativen Führung eines internationalen Unternehmens, das obendrein in ziemlich schwierigem Fahrwasser manövriert. Da haben sogar die Probleme, die es können sollten. Man mag deshalb kaum glauben, dass nur die beiden Gewinnwarnungen der vergangenen Wochen zu Kochs schnellem Abgang geführt haben. Die Börse hatte schon länger Zweifel an seinen Management-Fähigkeiten. Bei seiner überraschenden Berufung rauschte der Kurs der Bilfinger-Aktie in die Tiefe, in den vergangenen drei Jahren verlor sie noch einmal rund 20 Prozent an Wert. Anders als der M-Dax, der in dieser Zeit gut 40 Prozent zulegte. Gelohnt hat sich der Seitenwechsel für Roland Koch, der sein nicht ganz so üppiges Ministerpräsidentengehalt mit einem Schlag auf 2,3 Millionen Euro im Jahr vervielfachte. Bleiben die Erkenntnise, dass Strippenziehen allein, dass politisches Netzwerken wohl nicht ausreicht, um Großkonzerne profitabel durch globale Finanzkrisen zu führen. Politik funktioniert eben doch anders als ehrbares Unternehmertum. Und die Frage, welcher der politischen Seitenwechsler als Nächster an seine Grenzen stößt.

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