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Weser-Kurier: Kommentar von Ralf Michel zur Aufarbeitung von Sexualstraftaten

Bremen (ots) - Von 210 Anzeigen wegen Sexualstraftaten im Land Bremen landeten 2013 nur 22 vor Gericht. Eine Zahl, die noch erschreckender ist, bedenkt man die hohe Dunkelziffer - nur fünf Prozent aller Fälle werden angezeigt. Macht 4200 im Jahr für Bremen. Demgegenüber standen 2012 gerade zwölf Verurteilungen. "Schwierige Beweislage" lautet gemeinhin die Begründung, und das ist nicht einfach nur dahergesagt. Aussage gegen Aussage, selten weitere Zeugen, kaum zusätzliche Indizien. Dazu traumatisierte Opfer, die am liebsten gar nichts sagen würden und nicht zuletzt in den meistern Fällen den Partner, Verwandte oder jemanden aus dem Freundeskreis anzeigen müssten. Also kann man nichts tun? Doch. Es den betroffenen Frauen leichter machen. Videoübertragungen im Gerichtssaal, damit die Opfer dort nicht ihren Peinigern gegenübertreten müssen. Oder die anonyme Spurensicherung forcieren, die den Opfern Zeit für die Anzeige der Täter einräumt. Und wenn der Notruf für vergewaltigte Frauen von fehlenden personellen Ressourcen bei der Polizei für die Erstvernehmung von Opfern spricht, scheint es auch hier Luft nach oben zu geben. Den rechtlichen Rahmen für die Aufarbeitung von Sexualdelikten kann Bremen allein nicht ändern, den Opfern den Weg zur Anzeige erleichtern sehr wohl.

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