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Weser-Kurier: Kommentar von Joerg Helge Wagner zur Lage in der Ukraine

Bremen (ots) - Der aufgezwungene Binnenkrieg treibt die Ukraine an den Rand des Ruins: Die Unsicherheit schreckt Investoren ab, Ressourcen werden aufgebraucht, Infrastruktur verfällt oder wird zerstört. Reformen kommen nicht voran. Russischer Warenboykott und milliardenschwere Schulden lähmen die Wirtschaft und treiben die Inflation. Moskaus Kalkül scheint klar: Wenn wir schon unseren unmittelbaren Einfluss auf Kiew verlieren und auch militärisch in einer Sackgasse landen, dann soll die Ukraine wenigstens ein möglichst schwerer Klotz an den Beinen von EU, NATO und USA werden. Das wird wohl so kommen, aber auch Russland zahlt seinen Preis. So lange es die Separatisten aufrüstet, statt sie zu Verhandlungen zu drängen, wird die EU die Schraube der Sanktionen weiter anziehen. Der Abschuss des Passagierflugzeugs und die skandalöse Behinderung bei der Aufklärung dieser Katastrophe verstärkt die europäische Entschlossenheit. Präsident Putin ist längst in der Defensive. Das Chaos in der Ukraine mit vorgezogenen Neuwahlen mitten im Krieg wird ihm nicht nutzen. Ja, man wird auch in der EU Verluste machen, aber die am meisten engagierten Volkswirtschaften Deutschland, Großbritannien und Frankreich können sie verkraften - weit besser als Russland.

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