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Weser-Kurier: Kommentar von Andreas Kölling zur Aufgabe der Karstadt-Chefin

Bremen (ots) - Bei aller Spekulation, eines ist klar: Es ist kein gutes Zeichen. Die Hoffnungsträgerin tritt ab. Nicht einmal ein halbes Jahr hat Eva-Lotta Sjöstedt durchgehalten. Sie erlaubt sich deutliche Worte zu ihrem Abgang. Sie habe die schwierige Aufgabe übernommen in der festen Annahme, ein angeschlagenes Unternehmen entwickeln zu dürfen. Nach eingehender Prüfung und genauer Kenntnis der wirtschaftlichen Rahmendaten sehe sie nun keine Möglichkeit mehr, ihren Sanierungskurs weiterzuführen. Was kann das heißen? Falsches Konzept? Überfordert? Eher nicht. Einer gestandenen Managerin, die auch noch von Ikea kommt, kann man durchaus zutrauen, realistische Vorstellungen zu entwickeln, wie ein taumelnder Kaufhauskonzern aus der Krise geführt werden kann. Oder war es doch ein Rettungsplan, der - etwa gegen der Widerstand der Gewerkschaft - nicht umsetzbar gewesen wäre? Wohl kaum, schließlich haben die Beschäftigten schon vor Söjstedts Antritt erhebliche Zugeständnisse gemacht. Was bleibt also? Die Befürchtung, Karstadt gehe es noch viel schlechter als gedacht. Nach dem zweiten überraschenden Abgang auf der Chefetage in Folge wird bei den Kunden die Lust auf ein Einkaufserlebnis bei Karstadt sicher nicht größer. Und der Imageverlust macht alles noch schlimmer.

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