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Weser-Kurier: Kommentar von Ralf Michel zu Klagen über das Jobcenter

Bremen (ots) - Klagen über Mitarbeiter des Jobcenters, die ihre Kunden mies behandeln? Klar, kennt man doch. Von oben herab, gönnerhaft, uneinsichtig. Da ist das Urteil schnell gefällt. Doch die Geschichte funktioniert auch andersherum. Und dies in erschreckender Häufigkeit, wie jetzt eine Befragung im Jobcenter Bremen ergeben hat. Jeder zweite Mitarbeiter wurde mindestens einmal die Woche beschimpft oder beleidigt, mehr als jeder vierte wurde im vergangenen Jahr Opfer von körperlicher Gewalt oder eindeutiger Bedrohungen. Nein, dass ist kein Berufsrisiko, das gehört nicht mit zum Job. Und nein, es ist nicht selbstverständlich, einen Alarmknopf am Schreibtisch zu haben und eine Fluchttür im Rücken. Von den Hartz-IV-Gesetzen mag man halten, was man will, aber eines ist klar - die Mitarbeiter im Jobcenter haben diese Gesetze nicht zu verantworten, sie führen sie nur aus. Sie erfüllen eine überaus undankbare Aufgabe: Wie vermittelt man Menschen, denen es ohnehin schlecht geht, dass sie einen Wust von Vorschriften beachten müssen? Dass man sie immer wieder aufs Neue überprüfen und kontrollieren muss? Und dass jede Abweichung zu Sanktionen führt? All das sollte man im Hinterkopf haben, wenn es mal wieder ein Urteil zu fällen gilt über die Mitarbeiter des Jobcenters.

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