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Weser-Kurier: Kommentar von Silke Hellwig zur Krankenkassenreform

Bremen (ots) - Es ist nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht der Opposition, den Finger in die Wunde zu legen. Oder auf das, was mal zu einer Wunde werden könnte - die empfindsamen Stellen. Die gibt es bei der Krankenkassenreform durchaus. Auch Herum unken gehört natürlich zum politischen Geschäft - es ist nicht absehbar, wie sich die Krankenkassenbeiträge entwickeln werden. Die empfindsame Stelle wird zu einer Wunde werden, falls Kassen mit den Einnahmen aus dem niedrigeren Beitragssatz nicht auskommen sollten. Im Wettbewerb werden die Versicherungen vermeiden, Zusatzbeiträge zu erheben - vor fünf Jahren lösten sie eine sogenannte Wechselwelle aus. So ist die Sorge der Grünen zwar nur eine Prophezeiung, aber plausibel: Um keine Mitglieder zu verscheuchen, werden die Kassen Zusatzbeiträge vermeiden und jeden Cent umdrehen. Das liegt grundsätzlich im Interesse des Beitragszahlers, allerdings nur, wenn es nicht um seine Ansprüche geht. Wenn eine Kasse notgedrungen sparen muss, werden Mitglieder auf der Strecke bleiben: Es gibt immer wieder Patienten, die über Jahre regelrechte Kämpfe ausfechten mussten, um an Behandlungen oder Medikamente zu kommen. Es gibt noch viel mehr Patienten, die es nicht schaffen, sich zu ihrem Recht zu verhelfen. Sie werden den Preis für die Reform zahlen.

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