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Weser-Kurier: Zur Wahl in Südafrika schreibt Hans-Ulrich Brandt:

Bremen (ots) - Ein halbes Jahr ist es inzwischen her, dass Nelson Mandela starb - und mit dem Tod des personifizierten Hoffnungsträgers ist noch ein wenig mehr von dem verschwunden, was Südafrika nach dem Ende der Apartheid immer ausgezeichnet hat: grenzenloser Optimismus und der Glaube an eine demokratische Regenbogennation. Jetzt herrschen Resignation und Willkür, Machtversessenheit und Unvermögen. Mit Jakob Zuma, der weitere fünf Jahre das Land regieren wird, wird auch der Niedergang Südafrikas weitergehen. Der Präsident regiert wie ein selbstgerechter Zulu-Häuptling, profitiert immer noch vom Charisma Mandelas, geriert sich aber immer mehr wie sein Nachbar, Präsident Robert Mugabe in Simbabwe. Dabei zeigt diese Wahl, dass auch der ANC nicht auf ewig vom Bonus des Befreiungskampfes wird zehren können. Der deutliche Stimmenzuwachs für die oppositionelle Demokratische Allianz unter Helen Zille und auch der Achtungserfolg, den der linksradikale Julius Malema eingefahren hat, der vor zwei Jahren aus dem ANC geflogen war, zeigen das. Die Apartheid hat das Land besiegt - nun muss sich Südafrika vom selbstgerechten ANC befreien, um sich auf den langen Weg in eine sozial gerechte Zukunft zu machen.

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