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Weser-Kurier: Kommentar von Silke Hellwig zu den Plänen des Missbrauchsbeauftragten

Bremen (ots) - Der Mann hat recht, in jedem einzelnen Punkt. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung fordert zu Recht mehr Sensibilität ein, mehr Aufklärung, mehr Hilfsangebote und allgemein mehr Unterstützung. Das ist alles richtig und kann gar nicht oft genug betont werden. Allein: Fromme Forderungen genügen nicht, es muss auch etwas getan werden - und das geht nicht ohne Geld. Die Schulen zum "Aktionsfeld Nummer eins" machen zu wollen, ist sicher ein richtiger Gedanke. Allerdings hilft das nichts, wenn das Aktionsfeld Schule nicht auf den finanziell gut gepolsterten Aktionsplan Sozial- oder Sonderpädagogen hoffen kann. Bislang sind Schulen überwiegend so ausgestattet, dass sie ihren Schülern so viel wie möglich beibringen können. Dazu gehören mehr und mehr Aufgaben, die eigentlich das Elternhaus erledigen sollten. Dazu gehört mehr und mehr auch Sozialarbeit. Lehrer sind sozusagen Pädagogen für alles geworden. Wenn Schulen offiziell und ausdrücklich nicht mehr nur Lehr- oder Bildungsanstalten sein sollen, sondern obendrein Einrichtungen für Schwierigkeiten und Probleme aller Art, für Vorsorge und Krisenintervention, für Konfliktvermittlung und psychologische Betreuung, muss man sie ganz neu denken. Vieles spricht dafür, diesen Weg zu gehen - wenn er anständig finanziert wird.

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