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Weser-Kurier: Zu Sebastian Edathy schreibt Norbert Holst im "Weser-Kurier" (Bremen)vom 10. März 2014:

Bremen (ots) - Sebastian Edathy hat sich wieder zu Wort gemeldet. Der abgetauchte Ex-Bundestagsabgeordnete kündigt via "Spiegel" an, ein Buch über seinen Fall schreiben zu wollen. Auch darüber, wie man "als Person des öffentlichen Lebens ohne eigenes Zutun plötzlich zum Freiwild ... wird". Ohne eigenes Zutun? Der Mann hat nichts kapiert - und mimt nun das Opfer. Natürlich ist es bitter, wenn eine politische Karriere auch durch Zutun einer übereifrigen Staatsanwaltschaft von heute auf morgen kaputt geht. Aber den Anlass dafür - Verdacht auf Besitz von Kinderpornografie - hat Edathy selbst geboten. Und seine Argumentation, die von ihm bestellten Videos und Fotos seien in Deutschland nicht verboten, mag sogar zutreffend sein - strafrechtlich gesehen. Aber es gibt bei diesen Bildern mit nackten oder knapp bekleideten Kindern auch eine moralische Ebene - gerade für einen Innen- und Rechtspolitiker. Die Körper dieser Kinder werden zum Objekt degradiert, um im Internet das schnelle Geld zu machen. Manche von ihnen leiden ein Leben lang. Und das ist dann eben keine "Privatsache" mehr, auf die sich der SPD-Politiker so gerne beruft. Ein Wort der Reue? Das war von Edathy bislang nicht zu hören. Er könnte - nach all seinen Verdiensten - der Demokratie und seiner Partei einen letzten Dienst erweisen: einfach mal schweigen.

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