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Weser-Kurier: Zur Bremer Kriminalitätsstatistik schreibt Ralf Michel im "Weser-Kurier" (Bremen) vom 6. März 2014:

Bremen (ots) - Keine Frage, die Bremer Polizei darf ihre Arbeit im vergangenen Jahr unter "erfolgreich" verbuchen. Auch wenn Statistiken von Natur aus nur begrenzten Aussagewert haben, zeigen die gestern vorgelegten Zahlen klar und deutlich einen Trend auf - die Zahl der Straftaten in Bremen ist rückläufig und das schon seit Jahren. Was auch eine Bestätigung der Strategie ist, bei den Ermittlungen Schwerpunkte zu setzen und diese dann mit hohem Personalaufwand anzugehen. Die Polizei selbst bringt es auf eine einfache Formel: Da, wo wir powern, haben wir auch sofort spürbare Erfolge. Doch genau hier bekommt die Statistik einen faden Beigeschmack. Wenn es denn so einfach ist, Erfolge zu erzielen, warum ist die Polizei in Bremen dann nicht in der Lage, in allen Bereichen zu powern? Schon klar, es fehlt an Geld und damit an Personal, lautet die stereotype Antwort. Also freuen wir uns darüber, dass die Einbrüche im vergangenen Jahr so schön zurückgegangen sind. Und finden uns damit ab, dass die Zahl der Taschendiebstähle zugleich durch die Decke geschossen ist? Auch wenn die zunehmend brutaler ablaufen und der Übergang vom Diebstahl zum Raub längst fließend ist? Nein, darüber freuen wir uns nicht. Da mag die Jahresstatistik 2013 noch so positiv daherkommen - das ist inakzeptabel.

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