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Weser-Kurier: Zur Jahresbilanz von Daimler schreibt der Bremer WESER-KURIER:

Bremen (ots) - Applaus! Besser als erwartet. Das hört man doch gern. Da wird die Freude kaum getrübt durch die Tatsache, dass der Gewinn unterm Strich etwas niedriger ausgefallen ist als im Vorjahr. Und auch nicht dadurch, dass es bei der schwäbischen Premiummarke schon der zweite Gewinnrückgang in Folge ist. Um nicht völlig den Anschluss an die Rivalen Audi und BMW zu verlieren, musste Daimler massiv investieren: in die Entwicklung und den Bau neuer Modelle. Das kostet zunächst, sollte sich aber später auszahlen. Der Standort Bremen hat auf jeden Fall vom Investitionsprogramm kräftig profitiert. Kompetenzzentrum für die neue C-Klasse - made in Bremen wird global wieder Gewicht bekommen. Die aktuelle Modellreihe hat Potenzial, verlorene Käuferschichten zurückzugewinnen. Und das ist auch bitter nötig. Immerhin wollen die Schwaben bis zum Jahr 2020 wieder die Nummer eins der Oberklasse werden. Weltweit. Schon die Runderneuerung der A- und B-Klasse im Kompaktwagen-Segment und auch der Limousinen der E- und S-Klasse im vergangenen Jahr hat sich beim Absatz positiv bemerkbar gemacht. Was noch nicht so richtig stimmt, ist die Umsatzrendite. Mercedes verdient an jedem Fahrzeug immer noch deutlich weniger als die Konkurrenz. Wobei die Profitabilität schon besser geworden ist. Mit dem offensiv zur Schau getragenen Optimismus können allerdings die Irritationen der vergangenen Woche nicht weggelächelt werden. Der Abgang des Kronprinzen ist ein Schlag ins Kontor. Produktionschef Andreas Renschler hatte offenbar darauf gesetzt, dass Dieter Zetsche, dessen Vorstandsvorsitz vergangenes Jahr gefährlich wackelte, die Kurve nicht mehr kriegt. Aber "Dr.Z" hat geschickt das Chinageschäft wieder auf Kurs gebracht und seine auf drei Jahre verkürzte Vertragsverlängerung souverän weggesteckt. Sollte Renschler nun tatsächlich zum Konkurrenten VW wechseln, um dort die Lkw-Sparte mit gleich drei starken Marken zu übernehmen, dann könnte der Applaus für Mercedes schnell wieder verhallt sein.

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