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Weser-Kurier: Zur Situation der Hebammen schreibt der Bremer WESER-KURIER:

Bremen (ots) - Die Hebammen fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Das Gefühl haben sie zurecht. Seit Jahren ist der Berufsstand der Geburtshelferinnen vom Aus bedroht. Und in diesem Jahr wird sich die Situation noch einmal erheblich verschärfen. Eine klare Absicht der Politik, dies zu verhindern, ist noch nicht einmal im Ansatz zu erkennen. Im Juli droht den freiberuflichen Hebammen in der Geburtshilfe eine weitere Steigerung der Haftpflichtversicherungsbeiträge, die sie für den Fall von Schäden durch Fehler bei der Geburt zahlen müssen - um 20 Prozent auf über 5000 Euro im Jahr.Und das bei einem Jahreseinkommen von durchschnittlich 24000 Euro vor Steuern. Wen wundert's, dass sich da immer mehr freiberufliche Hebammen aus der Geburtshilfe zurückziehen? Und die Folgen sind schon jetzt sichtbar: Auf dem Land haben Schwangere häufig keine Wahl mehr, sie müssen im Kreißsaal entbinden. Ob sie wollen oder nicht. Und selbst viele Kliniken schließen inzwischen ihre Geburtsstationen. Die Politik muss jetzt entscheiden, ob ihr die Geburtshilfe durch die Hebammen wichtig ist oder sie es bei öffentlichkeitswirksamen, aber leeren Versprechungen belässt. Dazu gehört zum Beispiel eine Arbeitsgruppe, die die Kanzlerin zur Rettung der Hebammen noch in der schwarz-gelben Regierungszeit im Kanzleramt eingerichtet hat. Sie sollte - schnell - Lösungen erarbeiten, wie weitere Steigerungen der Versicherungsbeiträge verhindert und die Vergütung verbessert werden kann. Getan hat sich bislang nichts. Die Rettung der Hebammen kann nur auf Bundesebene geschehen, darauf verweisen die Länder. Ganz aus der Verantwortung sind sie trotzdem nicht. Sie können den notwendigen Druck erzeugen. Die Zeit drängt.

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