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Weser-Kurier: Zum AOK-Krankenhaus-Report schreibt der Bremer WESER-KURIER:

Bremen (ots) - Es klingt absurd, einfach nur absurd: Mitten in Europa im 21. Jahrhundert ist es immer noch möglich, dass Krankenhauspatienten sterben müssen, weil Ärzte und OP-Helfer sich nicht ausreichend die Hände waschen. So lautet ein Ergebnis des neuen AOK-Krankenhaus-Reports. Bei dieser Feststellung müssen einem reichlich Zweifel kommen, ob die Patientensicherheit in Deutschland wirklich ausreichend gewährleistet ist. Ganz andere Zweifel tauchen auf, wenn der Report von 190<ET>000 Behandlungsfehlern im Jahr in deutschen Kliniken berichtet. Worauf basieren diese Zahlen? Eindeutige Statistiken gibt es jedenfalls nicht. Es sind nicht mehr und nicht weniger als wissenschaftliche Schätzungen - und ohnehin nicht mehr ganz aktuelle. Sie sind daher mit Vorsicht zu genießen. Vor allem deshalb, weil sie von der AOK stammen, dem wichtigsten Vertreter der Krankenkassen-Lobby. Und diese würde kräftig Ausgaben sparen, wenn weniger Wiederholungsoperationen nötig wären. Kein Wunder also, dass die AOK sich wünscht, dass Hüftgelenke nur in jenen Kliniken operiert werden, die bereits reichlich Erfahrungen damit haben. Denn dort sind weniger Wiederholungsoperationen nötig. Die andere Seite - die Krankenhaus-Lobby - versucht, dies zu verhindern. Denn Hüft-OPs sind eine gute Einnahmequelle, und die Finanznot der Kliniken ist groß. Alles also halb so wild, heißt es von den Krankenhäusern, die Zahl der Behandlungsfehler sei längst nicht so hoch. Tatsächlich ist jeder davon einer zu viel. Die Patientensicherheit muss an erster Stelle stehen. Daher müssen Kliniken sich unangenehmen Fragen stellen: Gehört das Operieren von Hüftgelenken womöglich zum Besitzstandsdenken? Sind bereits alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um Fehler zu vermeiden? Mit Sicherheit gibt es noch vieles zu verbessern. Und wenn das mehr Kosten verursacht, dann müssen eben auch die Krankenkassen dafür gerade stehen.

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