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Weser-Kurier: Über Pannen bei der Bahn schreibt der "Weser-Kurier" (Bremen) in seiner Ausgabe vom 6. September 2013:

Bremen (ots)

In Bremen ist gestern Morgen ein Zug entgleist. Schon wieder, möchte man sagen, mit Blick zurück auf das Unglück im Februar, als ein entgleister Waggon eines Güterzuges den Hauptbahnhof über Stunden komplett lahmlegte. Bislang hängt der Deutschen Bahn vor allem das Image der Unpünktlichkeit an. Kommt dazu jetzt noch der Verdacht, unsicher zu sein, dann drohen dem Unternehmen fatale wirtschaftliche Folgen. Aber Vorsicht! Natürlich verweist die Deutsche Bahn als Betreiber des Streckennetzes mit Recht darauf, dass keine vorschnellen Verbindungen zwischen den beiden Unfällen gezogen werden dürfen. Im Februar handelte es sich um ein Achsenproblem bei einem der Waggons des privat betriebenen Güterzuges. Jetzt war eine Lok der Eisenbahngesellschaft Metronom betroffen. Woran es lag, steht noch nicht fest. Der Zug war - wie es nach ersten Untersuchungen gestern hieß - unmittelbar vor dem Bahnhof nur noch mit dem vorgeschriebenen geringen Tempo unterwegs. Überhöhte Geschwindigkeit scheint demnach als Ursache auszuscheiden. Es soll Hinweise darauf geben, dass es einen Fehler im Zusammenhang mit einer Weiche gegeben hat. Was angesichts der jüngsten Probleme der Bahn fast zwangsläufig eine Reihe von Fragen aufwirft: Gab es einen Fehler bei der Bedienung der Weiche? Vielleicht, weil nicht nur in Mainz, sondern auch in Bremen Personalnot herrscht? Und wurde die Weiche oft genug gewartet? Aber all das sind derzeit nur Spekulationen. Und deshalb verweisen auch alle Verantwortlichen darauf, nun in aller Ruhe und mit größter Sorgfalt nach der Unfallursache suchen zu wollen. Das Problem für die Deutsche Bahn ist nur, dass sie für diese Suche keine Zeit hat. Der Bahnnutzer differenziert nicht zwischen Achsenproblemen bei Güterzügen und Fehlern bei der Weichenstellung im morgendlichen Pendlerverkehr. Der hört nur "Zugunglück" - und ist verunsichert. Von daher wäre die Bahn gut beraten, beim erneuten Unglück in Bremen schnell zu handeln, vor allem aber offen mit den Ergebnissen der Suche nach der Unfallursache umzugehen. Das Ganze in ein paar Tagen lapidar mit einem nicht näher bezeichneten technischen Defekt zu begründen, und dann zur Tagesordnung überzugehen, würde zu kurz greifen.

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Weser-Kurier
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