Weser-Kurier: Über Straßen fegende Straftäter schreibt der "Weser-Kurier" (Bremen) in seiner Ausgabe vom 28. Dezember 2012:

Bremen (ots) - Es lohnt sich, den Grund der Forderungen zu hinterfragen. Denn tatsächlich zeigt das deutsche Strafrecht Schwächen: So steht eine auf Bewährung ausgesetzte Haftstrafe in der Hierarchie zwar klar über einer Geldstrafe - in der Praxis ist letztere für Verurteile aber oft härter als die Drohung mit dem Gefängnis. Gleichzeitig landen jährlich Hunderte Kleinstkriminelle tatsächlich hinter Gittern, weil sie Bagatell-Geldstrafen nicht bezahlen können. Kutschatys Ruf nach neuen Strafformen ist deshalb berechtigt. Sein Vorschlag, Täter die Straße fegen zu lassen, hat trotzdem keine Chance: Er würde in die freie Wirtschaft eingreifen und im konkreten Fall einen Sturm der Entrüstung bei Straßenreinigungsfirmen auslösen. Garten- und Landschaftsbauer würden einstimmen, sollten Gesetzesbrecher in der Pflege öffentlicher Grünanlagen eingesetzt werden. Deshalb sollte Kutschaty die ruhige Zeit zwischen den Jahren zum Nachdenken über praktikablere Strafformen nutzen: Vielleicht hätten gerade bei jüngeren Tätern ja schon Handy- oder Internetsperren die gewünschte Wirkung.

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