Weser-Kurier: Zu Russlands Syrien-Politik schreibt der "Weser-Kurier" (Bremen) in seiner Ausgabe vom 14. Dezember 2012:

Bremen (ots) - Die russische Wende kommt spät. Mittlerweile sind bei den blutigen Kämpfen in Syrien rund 40000 Menschen getötet worden. Trotzdem beharrte Russland immer weiter auf dem Prinzip der Nichteinmischung. Im UN-Sicherheitsrat blockierte Moskau hartnäckige jede Resolution, die Sanktionen gegen Assad vorsahen, sollte der das Blutvergießen nicht stoppen. Es gab mehrere Motive für die russische Position. Zum einen die traditionellen Bindungen Moskaus zum Assad-Regime, die noch in die Sowjetzeit zurückreichen. Zum anderen war Syrien ein wichtiger Absatzmarkt für russische Waffenlieferungen. Drittens pokerte Moskau in der Syrienkrise um sein Prestige als Großmacht. Von den USA als militärischer Gegner nicht mehr ernst genommen, von den Europäern für demokratische Defizite gemaßregelt, wollte Russland wenigstens im Nahen Osten mitreden können. Dieser weltpolitische Ehrgeiz sorgte mit dafür, dass die Gewalt in Syrien eskalierte. Denn gerade Russland hätte eine wichtige Rolle dabei spielen können, Assad den Weg zu einem friedlichen Abgang zu ebnen.

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