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Börsen-Zeitung: Gute Karten, Kommentar zu Daimler von Isabel Gómez

Frankfurt (ots) - An den Zahlen besteht kein Zweifel. Im zweiten Quartal und im ersten Halbjahr hat Daimler mehr Fahrzeuge verkauft, den Umsatz gesteigert und mehr Gewinn eingefahren. Analysten sind begeistert und sehen die Zukunft des Autokonzerns rosig. Für 2015. Für 2016. Doch was kommt dann?

Es ist kaum anzunehmen, dass sich Konzernchef Dieter Zetsche und seine Vorstandskollegen ausruhen. Schließlich hat Zetsche die Weichen gestellt, um über jahrelanges Sparen, neue Modellvarianten und die Verlagerung von Produktionsstätten hin zu den wichtigen Absatzmärkten ein gesundes Unternehmen zu schaffen.

Die Zukunft stellt an einen Autokonzern aber andere Anforderungen als Absatzwachstum und viele Modelle. Um diese zu erfüllen, darf Daimler an zwei Stellen nicht langsamer werden.

Da ist zum einen der Trend zum "Downsizing" von Motoren vor dem Hintergrund schädlicher CO2-Emissionen. Es fließt aus demselben Grund immer mehr Geld in die Forschung und Entwicklung alternativer Antriebe, etwa über Elektromotoren oder Brennstoffzellen. Bisher hat kein Autobauer damit Erfolg in der Serienproduktion. Es zeichnet sich noch nicht ab, wer unter den drei deutschen Premiumherstellern hier die Nase vorne haben wird. Das ist die Chance für Daimler, eine Entwicklung technologisch anzuführen. Und nicht, wie im Falle China, später zu einer kostspieligen Aufholjagd gezwungen zu werden.

Der zweite große Trend ist das vernetzte und autonome Fahren. Der Kauf von Nokia Here ist der richtige Schritt, um hochgenaues Datenmaterial zu erhalten. Das kann Daimler um weitere erforderliche Informationen ergänzen, bei gleichzeitiger Kontrolle des Datenflusses. Bloß müssen die Stuttgarter dafür sorgen, dass sie die eingekaufte Technologie gewinnbringender und schneller einsetzen als die Mitkäufer BMW und Audi.

Damit mehr Investitionen in diese Aktivitäten fließen können, müssen die Kosten weiter sinken. Erste Schritte wurden unternommen. Etwa die Verträge mit deutschen Standorten, um die Arbeitszeiten flexibler gestalten zu können. Die Logistik wird ebenfalls gestrafft und soll weitere Einsparungen bringen. Um die Effizienz zu steigern und die Produktionskosten auf das Niveau des Wettbewerbs zu senken, müssen das Baukastenprinzip ausgebaut und Produktionsschritte, die nicht markenbildend sind, ausgelagert werden. Die Arbeitnehmer fangen bereits an, dagegen Sturm zu laufen. Auch, weil 2016 der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen in Deutschland ausläuft.

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