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Börsen-Zeitung: Chemie feiert Comeback, Kommentar zur Quartalsbilanz des Branchenverbandes von Sabine Wadewitz

Frankfurt (ots) - Die Wechselbäder haben es in sich. Mit Ausbruch der Krise brach der Absatz der Chemieindustrie Ende 2008 weltweit so dramatisch ein, dass die Branche in einen Schockzustand versetzt wurde. Der Aufschwung fällt nun dermaßen schwungvoll aus, dass die Unternehmen es abermals kaum fassen können. Die Chemie feiert ihr Comeback, doch die Euphorie hält sich in Grenzen - mit gutem Grund, sind doch Unwägbarkeiten nach wie vor gegeben.

Nachdem einige Konzerne in den ersten drei Monaten des Jahres bereits auf dem Weg zu alten Rekorden waren, hat sich der Aufschwung für die Chemie im zweiten Vierteljahr offensichtlich verfestigt. Die jüngsten Quartalszahlen der Konzerne sind noch nicht veröffentlicht, doch der Platzhirsch BASF hat jüngst signalisiert, dass die Geschäftsentwicklung leicht besser war als erwartet. Die exportstarken Hersteller von Kunststoffen, Pigmenten oder Farben profitieren von einem dynamischen Auslandsgeschäft, erzielen aber auch im Inland inzwischen wieder prozentual zweistellige Wachstumsraten. Dies lässt hoffen, dass sich die Aufschwungkräfte im Markt wiederbelebt haben, und nicht mehr vor allem staatliche Konjunkturprogramme die Nachfrage stützen.

Bei aller Aufwärtsdynamik ist unverändert Vorsicht angeraten. Zwar rechnet die Branche nicht mehr mit einem zweiten Absturz, aber mit abnehmender Geschwindigkeit im Wachstum. Auch der Branchenverband VCI bleibt auf der sicheren Seite und hält an der Mitte Mai deutlich nach oben revidierten Prognose fest, erwartet also 2010 nach wie vor einen Anstieg der Chemieproduktion um 8,5%, obwohl in den ersten sechs Monaten bereits ein Plus von 13% gelungen ist.

Abgesehen von Basiseffekten hat die Chemie im ersten Halbjahr vom Lageraufbau der Kunden profitiert, was sich angesichts des vorsichtigen Agierens der Abnehmer mit Blick auf eine niedrige Kapitalbindung nicht in dem Maße fortsetzen dürfte. Auch die Konjunkturprogramme werden nach und nach an Wirkung verlieren. Die nun in fast allen Ländern in den Vordergrund rückende Konsolidierung der Staatsfinanzen droht das Wachstum ebenfalls abzubremsen. Risiken drohen zudem aus der Entwicklung der Rohstoffpreise. Umsicht und straffes Kostenmanagement sind also weiterhin gefordert.

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