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Börsen-Zeitung: Ins rechte Licht gerückt, Kommentar zur Tilgung der Staatshilfen durch die Aareal Bank von Bernd Neubacher

Frankfurt (ots) - Die Aareal Bank weiß sich zu inszenieren. Exakt einen Monat, nachdem der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) seinen Garantierahmen für die Hypo Real Estate (HRE) mit neuen Bürgschaften wieder über die Marke von 100 Mrd. Euro gehievt hat, und sinnigerweise wenige Tage, bevor ab Juli die Gebühren für die Staatshilfen steigen, gibt der Immobilienfinanzierer die Tilgung von Staatshilfen bekannt: Als erstes Institut hierzulande zahlt man einen Teil des staatlich gewährten Eigenkapitals zurück, und zwar vorzeitig. Dass bis Anfang 2011 mit der Tilgung begonnen werde - mit dieser Nachricht hatte sich Aareal schon vor Monaten ins rechte Licht gerückt.

Dank größerer Risikoscheu und einer sie diversifizierenden Beratungs- und Dienstleistungssparte schreibt die Gesellschaft seit Beginn der Krise schwarze Zahlen. In Szene setzen das Haus freilich auch dessen Wettbewerber wie die malade HRE oder die 2008 und 2009 Verluste produzierende, bis auf Weiteres unverkäufliche Commerzbank-Tochter Eurohypo. Wer solche Konkurrenten hat, braucht eigentlich keine Imagepflege. Das Beispiel Aareal lässt also kaum erwarten, dass nun eine Welle an Tilgungen von Soffin-Hilfen einsetzt.

Angesichts ermutigender Äußerungen zum Geschäftsverlauf wird vielmehr zur Gewissheit, dass sich Aareal mit ihren Soffin-Hilfen tatsächlich, wie damals verbreitet wurde, nur gegen ein dramatisch verändertes Umfeld wappnen wollte - und zu verhindern versuchte, im Wettbewerb mit anderen öffentlich gestützten Adressen in Nachteil zu geraten.

Denn auch wenn Aareal nun stille Einlagen tilgt, es bleibt dabei: Wer sich in den deutschen Immobiliensektor wagt, betritt ein Terrain, auf dem die wesentlichen Spieler allesamt öffentlich alimentiert sind. Der Verkauf der WestLB-Tochter WestImmo, an der neben zwei Finanzinvestoren Aareal interessiert sein soll, scheint ohne Garantien des Soffin für die zu veräußernde Gesellschaft gar kaum in Gang zu kommen. Aareal wiederum gibt nun mit einer Hand zwar 150 Mill. Euro Eigenkapital zurück, ergreift derweil mit Nutzung noch offener Soffin-Garantien aber die Gelegenheit, sich bis Juni 2013 laufendes Fremdkapital über 2 Mrd. Euro zu sichern. Man vergrößert den finanziellen Spielraum mit Hilfe des Soffin, eventuell für einen Kauf der WestImmo, und positioniert sich zugleich als Muster-Stützungsfall.

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