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Börsen-Zeitung: Gesundheit! Kommentar von Inken Schönauer Zur Bilanzpressekonferenz der Metro AG

    Frankfurt (ots) - Mit Husten präsentierte sich Eckhard Cordes am Dienstag, verschnupft die Börse. Ein Minus von über 4% als Reaktion auf die Aussagen auf der Bilanzpressekonferenz sind mehr als nur ein Nieser. Eine Aussage zur Geschäftsentwicklung 2009 hatte sich so mancher Investor erhofft, wurde aber enttäuscht. "Unseriös" sei es zum jetzigen Zeitpunkt, sagte Cordes, eine Prognose für 2009 abzugeben. Im Laufe des Tages setzte tatsächlich Besserung durch die Erkenntnis ein, dass Cordes nicht einfach zaudert, sondern dem Markt mit seiner Zurückhaltung einen Dienst erweist.

    Vertrauen und Verlässlichkeit sind nicht nur in der Bankenwelt mittlerweile hoch gehandelte Güter. Wer als Unternehmen in diesen Zeiten versprochene Zahlen liefert und Erwartungen erfüllt, wird die Krise leichter überstehen als die Konkurrenz. Welchen Sinn hätte eine Prognose zum jetzigen Zeitpunkt, wenn noch nicht absehbar ist, wie lange die Konjunkturkrise dauert und wie schwer die Konsequenzen wiegen? Sie hätte überhaupt keinen Sinn, käme eher einem Glücksspiel gleich. Wichtiger als der Blick in die Zukunft ist das operative Geschäft der Gegenwart. Gerade in der Krise, sagt der Metro-Chef, werden die bis dato versteckten Schwachstellen eines Unternehmens wie mit einem Schweinwerfer ausgeleuchtet. Deswegen ist es auch richtig, dass Kostensenkungs- und Wertschöpfungsprogramm "Shape 2012" jetzt, in dieser wirtschaftlich unsicheren Situation, auf den Weg zu bringen. Jetzt lassen sich Schwachstellen am leichtesten beseitigen, jetzt werden die Notwendigkeiten von allen Beteiligten am ehesten akzeptiert, so wie ein Hustensaft, der nicht schmecken, sondern helfen soll.

    Eines der besten Beispiele dafür ist die Supermarktsparte Real. Ein Unternehmen, das längst abgeschrieben war, das viele Jahre vom Management geradezu ambitionslos mit durchgeschleppt wurde, ist wieder da. "Wir haben mit dem Eigenmarkenkonzept etwas länger gebraucht", gibt Cordes zu. Doch nun steht es und wirkt. Kunden kommen zurück, Real schreibt operativ wieder schwarze Zahlen. Dass Media Markt und Saturn zunächst nur in Österreich und den Niederlanden ab Ende 2009 den Online-Verkauf erstmal testen, mag man gar nicht glauben. Amazon und Ebay sind längst erfunden, generieren Millionen mit dem Online-Shopping. Metro ist spät dran, aber es naht Besserung!

    (Börsen-Zeitung, 25.3.2009)

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