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ARD radiofeature im April: "Raubgräber - Ein Feature über die Gier der Sammler"

Hamburg (ots) - Der Handel mit illegalen Antiken floriert weltweit. Kulturgüter etwa aus Ägypten, Syrien und dem Irak sind bei Sammlern sehr gefragt. Weitgehend unbeachtet von Politik und Gesellschaft hat sich eine große Schmuggelindustrie gebildet. Denn nach Waffen und Drogen ist der Handel mit Raubkunst weltweit der drittgrößte illegale Markt. Experten schätzen ihn auf ein Volumen von sechs bis acht Milliarden Euro pro Jahr. Dennoch gilt der Verkauf und Erwerb von geschmuggelter Kunst als Kavaliersdelikt. Dabei eignet er sich für Kriminelle nicht nur als Methode zur Geldwäsche. Auch Terrornetzwerke wie der IS sind vermutlich in den Kunsthandel involviert und könnten ihn so als Einnahmequelle nutzen. NDR-Autor Günther Wessel spricht im neuen ARD radiofeature "Raubgräber - Ein Feature über die Gier der Sammler" mit Kunstschmugglern, Archäologen und Sammlern - und reist selbst zu illegalen Ausgrabungsstätten in Ägypten. Zu hören ist das neue ARD radiofeature ab Mittwoch, 22. April 2015, in sieben Wort- und Kulturwellen der ARD und im Internet unter www.radiofeature.ard.de.

Inzwischen arbeiten Raubgräber und Händler höchst professionell. In der Nähe von Kairo besuchte Wessel die Grabungslöcher in der Wüste. Früh am Morgen, denn dann ist es dort noch ruhig. Die Raubgräber sind mitunter schwer bewaffnet und mögen es nicht, wenn man ihnen auf die Finger schaut. Meistens werden Kinder oder Jugendliche in die Grabungsschächte geschickt, um die wertvollen Objekte herauszuklauben. Dabei kommt es auch immer wieder zu Todesfällen. Monica Hanna, Archäologin und Aktivistin gegen Raubgrabungen in Ägypten, sagt: "Man muss sich eines klarmachen: Es ist ein Verbrechen. Es ist wie mit Blutdiamanten. Es ist ein Verbrechen, bei dem Kinder sterben. Da klebt Blut dran."

Durch das Ausnutzen vieler gesetzlicher Schlupflöcher versuchen die Beteiligten, dem illegalen Handel einen legalen Anstrich zu verpassen. Auch für das eigene Gewissen. Ex-RTL-Macher Helmut Thoma ist Sammler und sagt: "Warum soll ich ein schlechtes Gewissen haben? Es ist alles legal abgelaufen. Genauso, wenn ich etwas anderes kaufe beim Händler, was soll ich sonst tun? Ich weiß es im Zweifel auch nicht, ob der Betreffende Hehlerware oder was weiß ich verkauft. Kann ich auch gar nicht überprüfen."

Sorgen vor Konsequenzen müssen die Sammler bislang nicht haben. Monika Grütters, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, sagt: "Tatsächlich ist es so, dass es relativ laxe Einfuhrregeln nach Deutschland gibt, was Antiken oder fremde Kunstwerke angeht." Dies soll sich ändern, wenn im kommenden Jahr ein verschärftes Einfuhrgesetz in Kraft tritt. Künftig soll man nur dann ein Kunstwerk aus einem anderen Land nach Deutschland einführen können, wenn eine Ausfuhrgenehmigung des Herkunftsstaates vorhanden ist. Anfang 2016 sollt das novellierte Gesetz in Kraft treten.

Sendetermine:

SWR 2              Mittwoch, 22. April 2015, 22:03 Uhr 
BR 2               Samstag, 25 April 2015, 13:05 Uhr 
SR 2               Samstag, 25. April 2015, 17:04 Uhr 
NDR info           Sonntag, 26. April 2015, 11:05 Uhr 
WDR 5              Sonntag, 26. April 2015, 11:05 Uhr 
Nordwestradio (RB) Sonntag, 26. April 2015, 16:05 Uhr
hr2-kultur         Sonntag, 26. April 2015, 18:05 Uhr 

Redaktion: Joachim Dicks (NDR)

Eine Produktion des Norddeutschen Rundfunks für das ARD radiofeature 2015

Fotos finden Sie unter www.ard-foto.de

Pressekontakt:

Westdeutscher Rundfunk Köln
Uwe-Jens Lindner
Presse und Information
Telefon: 0221 220 7123
uwe-jens.lindner@wdr.de

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