Forum Moderne Landwirtschaft

Rittersporn und Raubwürger - GEO-Tag der Artenvielfalt

Bonn (ots) - Anlässlich des GEO-Tages der Artenvielfalt ging die Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL) der Frage nach, wie sich landwirtschaftliche Nutzung auf den Artenreichtum der Fauna und Flora auswirkt. Zusammen mit dem Kölner Büro für Faunistik und Schülern der Mittelstufe des Gymnasiums Gebesee (Thüringen) wurden die Flächen der Geratal Agrar GmbH in Andisleben bei Erfurt untersucht. Das führende naturwissenschaftliche Magazin GEO richtete den Tag bereits zum dritten Mal aus und wird in einer Schwerpunktausgabe im Herbst dieses Jahres unter anderem über die FNL-Aktion berichten. "Es ist erstaunlich, wie viele Spezies auf dem über 4000 ha großen Betrieb beheimatet sind. Neben dem Sommer-Adonisröschen, dem Feld-Rittersporn und dem Raubwürger haben wir weitere elf Rote-Liste-Arten gefunden", berichtete Diplom-Biologe Jochen Weglau vom Kölner Büro für Faunistik. Ein 1999 eingesäter Krautstreifen und eine Brachfläche beherbergen 132 Pflanzen- und 87 Tierarten. Auch der Feldhamster wurde gesichtet. Für den Betriebsleiter der Geratal Agrar GmbH, Matthias Döring, sind die Ergebnisse eine Bestätigung für seine eigenen Beobachtungen. "Schlaggrößen und Wirtschaftsweisen sind keine ökologischen Parameter. Entscheidend ist die Vielfalt der Standorte und die Vernetzung durch Strukturen", stellte Döring fest, der seine Flächen nach den Prinzipien des Integrierten Landbaus bewirtschaftet. Auf 10 ha der Betriebsfläche hat er Ackerbegleitstrukturen wie Krautstreifen, Hecken oder Ackerrandstreifen angelegt. Hinzu kommen ehemalige Entwässerungsgräben, die wertvolle Biotope für feuchtigkeitsliebende Tiere und Pflanzen darstellen. Die 28 Gymnasiasten betrachteten die Aktion als eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag. Ausgerüstet mit Keschern, Bestimmungsbüchern und Lupen ging es bereits am Morgen auf die Flächen des Großbetriebs. Unter der Aufsicht von vier Biologielehrern gelang es den Schülern, viele Pflanzen und Tiere zu erkennen und zu kartieren. "Bisher hatte ich von Schwebfliegen und Laufkäfern keine Ahnung. Aber der Unterricht auf dem Acker hat mein Interesse geweckt", gestand die sichtlich begeisterte 15-jährige Jenny Elflein. Für die Geratal Agrar GmbH waren die Untersuchungen keine Premiere: Schon seit mehreren Jahren beteiligt sie sich zusammen mit drei weiteren Betrieben am bundesweiten FNL-Projekt "Lebendige Natur durch Landwirtschaft". Darin werden die Auswirkungen unterschiedlicher Bewirtschaftungsintensitäten und Landschaftsstrukturen auf die Artenvielfalt untersucht. Die mehrjährigen Untersuchungen bestätigen die "Momentaufnahme" des Biologen und der Schüler: Die Ziele einer wettbewerbsfähigen Pflanzenproduktion und des Naturschutzes können im Hinblick auf die Artenvielfalt der Fauna und Flora durchaus unter einen Hut gebracht werden. ots Originaltext: Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Rückfragen: Dr. Helmut Nieder, Matthias Wiedenau m.wiedenau@fnl.de Tel.: 0228/9799334 Original-Content von: Forum Moderne Landwirtschaft, übermittelt durch news aktuell

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