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Der Tagesspiegel: Vattenfall-Chef Josefsson warnt vor Rückschlag für Klimapolitik durch G-8-Gipfel

    Berlin (ots) - Berlin - Lars G. Josefsson, Klimaberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Chef des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall, warnt vor einem Rückschlag für die Klimapolitik beim G-8-Gipfel in der kommenden Woche. Dies müsse man "auf jeden Fall verhindern", sagte er dem "Tagesspiegel" (Montagsausgabe). Er habe allerdings nie erwartet, dass beim Gipfel "der gordische Knoten zerschlagen" wird. "Was wir brauchen, ist eine Road Map mit Schritten, über die wir ein neues internationales Abkommen erreichen können."

    Der Vattenfall-Chef forderte eine "kreative Politik" zum Klimaschutz. Als Beispiel nannte er die Idee, den Stromkonzernen CO2-Zertifikate zu geben, wenn sie Effizienztechniken einsetzen. So könnte Vattenfall bei sämtlichen Kunden die normalen Glühbirnen durch Energiesparlampen ersetzen. "Wenn wir dafür Zertifikate bekämen, würde es uns nicht wehtun, dass wir weniger Strom verkaufen", sagte Josefsson.

    Josefsson ist überzeugt, dass es seinem Unternehmen gelingen wird, bis spätestens 2020 "saubere Kohlekraftwerke" bauen und nachrüsten zu können. Dabei soll das Kohlendioxid, das bei der Verbrennung der Kohle entsteht, aufgefangen und unterirdisch gelagert werden. "Technisch sind wir sicher, dass es funktionieren wird. Bei CO2-Vermeidungskosten von 20 bis 25 Euro pro Tonne CO2 halten wir die Technik auch für wirtschaftlich." Josefsson ist sich sicher, dass es für diese sogenannte CCS-Technik ein vollkommen neues Pipeline-System geben muss. "Eigentümer müssen nicht unbedingt die Kraftwerksbetreiber sein", sagte er.

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