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Der Tagesspiegel: Kampagne gegen Ramelow: Thüringens CDU pfeift Nachwuchs zurück

    Berlin (ots) - Unmittelbar vor dem Start der heißen Wahlkampfphase in Thüringen hat die CDU nach einem Bericht des "Tagesspiegels" (Samstagausgabe) ihren Parteinachwuchs zurückgepfiffen: Eine Kampagne der Jungen Union (JU) gegen den Spitzenkandidaten der Linkspartei, Bodo Ramelow, wird nach einer Weisung von CDU-Landesgeschäftsführer Andreas Minschke nur noch in entschärfter Version fortgeführt. Stein des Anstoßes war ein Postkartenmotiv, in dem Ramelow unter dem Slogan "Keiner von uns - keiner für uns" wegen seiner westdeutschen Herkunft angegriffen wurde. Das Motiv zeigte als "echte Thüringer" eine Bratwurst, als "falschen Thüringer" Ramelow. Der Linkspartei-Politiker war vor der Wende Gewerkschaftssekretär in Hessen. Minschke sagte dem "Tagesspiegel", der Jungen Union seien bei der Kampagne "die Gäule durchgegangen". Inhalt und Form stimmten bei der Kampagne "nur suboptimal überein. Das Motiv mit der Bratwurst bezeichnete Minschke als "politisch nicht korrekt". Er habe der JU-Landesführung "sehr freundschaftlich, aber klar gesagt: Das geht so nicht". Der JU-Landesvorsitzende Mario Voigt hatte laut "Tagesspiegel" erst am Mittwoch den Funktionären der JU im Land in einem Rundbrief mitgeteilt, die JU wolle darauf hinweisen, "dass Ramelow als hessischer Gewerkschaftssekretär keiner von uns und keiner für uns ist". In einer Arbeitsteilung wolle seine Organisation die Attacken gegen Ramelow steuern, während die Landes-CDU für die "positiven Botschaften" zuständig sei. Minschke sagte dazu: "Eine solche Arbeitsteilung ist mit uns nicht besprochen." JU-Landesvize Stefan Gruhner sagte laut "Tagesspiegel" zu, gedruckte Postkarten - nach seinen Angaben 1000 bis 2000 Stück - würden nicht mehr verbreitet, auch im Internet werde das Bratwurst-Motiv "relativ zeitnah ausgetauscht". Die Kampagne gegen Ramelow werde aber nicht generell gestoppt.

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