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Der Tagesspiegel: Rezession bringt Private-Equity-Branche in Nöte

    Berlin (ots) - Die Rezession bedroht Private-Equity-Fonds und ihre Beteiligungsfirmen. Vor allem Autozulieferer stehen unter Druck. Sie leiden unter der Last der Schulden, die ihnen Finanzinvestoren aufgebürdet haben. "Rund 100 Autozulieferer in Deutschland sind in Besitz von Private-Equity-Fonds", sagte Richard Burton, Partner bei Pricewaterhouse-Coopers (PwC), dem Tagesspiegel am Sonntag. "Einige von ihnen werden die Krise nicht überleben."

    Auch vielen Fonds droht der Ruin, weil ihnen das Geld ausgeht. "Die Ertragslage vieler Gesellschaften hat sich deutlich verschlechtert", sagte PwC-Experte Burton. "Das kann dazu führen, dass die Banken vorzeitige Rückzahlungen ihrer Kredite verlangen." Alexandra Krieger, Finanzierungsexpertin bei der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, sagte der Zeitung: "Einige Fonds - vor allem Hedgefonds -  werden wohl ihr gesamtes Kapital verbrennen und insolvent gehen."

    Auch Rolf Christof Dienst, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK), sieht Probleme auf die Finanzinvestoren zukommen. "Viele, die zu spät eingekauft haben, also 2006 und 2007, haben zu viel gezahlt", sagte Dienst dem Tagesspiegel am Sonntag. Die Zeiten des billigen Geldes seien vorbei. Beteiligungen und Übernahmen seien nur noch mit höheren Anteilen an Eigenkapital möglich. "Das wird für die Fonds teurer - und die Renditen werden nicht mehr so spektakulär sein", sagte Dienst. "Jahr für Jahr 25 Prozent sind ja nicht normal. In einem Umfeld, wo sehr viel Geld verloren wird, sind zehn Prozent für ein paar Jahre wohl realistisch."

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