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Der Tagesspiegel: Friedbert Pflüger, Ex-Fraktionschef der Berliner CDU: "Mir wurde klar vermittelt, dass ich etwa bei Personalentscheidungen nichts zu sagen hätte."

    Berlin (ots) - Der ehemalige Fraktionschef der Berliner CDU, Friedbert Pflüger, sieht sich als Opfer eines Machtsystems innerhalb der Partei. Pflüger sagte dem "Tagesspiegel am Sonntag": "Ich habe ein über Jahrzehnte im Westteil Berlins gewachsenes Machtsystem herausgefordert." Pflüger beschreibt in dem Interview detailliert, ab wann er sich von Landeschef Ingo Schmitt verraten fühlte: "Im Frühsommer wurde klar, dass der Landesvorsitzende Ingo Schmitt seine Zusage, 2009 nicht mehr für das Amt zu kandidieren und damit den Weg für mich frei zu machen, nicht mehr einhalten will und unter den CDU-Kreisvorsitzenden Stimmung gegen mich macht."

    Pflüger kritisierte die mangelnde Unterstützung seiner Partei: "Zum Tore schießen braucht man Flanken, die ich nicht bekam. Mir wurde klar vermittelt, dass ich etwa bei Personalentscheidungen nichts zu sagen hätte. Wenn ich mir eines vorwerfe, dann, dass ich nicht früher auf den Tisch gehauen und den Landesvorsitz gefordert habe." Laut Pflüger schwelte der "Machtkampf zwischen mir und Schmitt schon lange".

    Pflüger sagte zudem, dass er "gar nichts bereue" und dass er findet, er habe Rückgrat. Pflüger wörtlich: "Ich wollte nicht kneifen." Der CDU-Politiker sagt über seine Partei: "Was mich stört, ist die Fokussierung einiger wichtiger Funktionäre allein darauf, durch die Verteilung von Posten und Pöstchen ihre Macht zu sichern. Das System ist über Jahrzehnte in West-Berlin gewachsen und hat bis heute Züge eines geschlossenen Clubs, in dem man entweder mitspielt oder ausgeschlossen wird."

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