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Der Tagesspiegel: Union: Bezahlte Pflegezeit ist nicht realisierbar

Berlin (ots)

Berlin - Die Union hat den Plan von
Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), Angehörigen beim Eintritt 
eines Pflegefalls bis zu zehn Tage bezahlten Urlaub zu gewähren, als 
unrealisierbar abgelehnt. Die Idee  sei "sehr schön", sagte 
Unionsexperte Willi Zylajew (CDU)  dem Berliner "Tagesspiegel" 
(Freitagsausgabe), sie habe aber Ähnlichkeit mit der Forderung 
"Freibier für alle". "Adam Riese  war offenbar noch nie in diesem 
Ministerium", so der CDU-Politiker. Wenn man pro Arbeitstag 150 Euro 
und pro Jahr 500 000 Fälle veranschlage, komme man für die bezahlte 
Pflegezeit bereits auf Kosten von 750 Millionen Euro. Hinzu kämen 780
Millionen Euro für die versprochene Bereitstellung von 
Pflegemanagern. Die vorgesehenen Pflegestützpunkte für jeweils 20 000
Einwohner verschlängen weitere 800 Millionen Euro. Damit wären von 
den für die Pflegereform vorgesehenen 2,5 Milliarden Euro bereits 2,3
Milliarden Euro verbraucht, sagte Zylajew. "Am Schluss finanzieren 
wir nur noch neue Bürokratie und für Demenzkranke und die 
versprochenenen Leistungsverbesserungen haben wir kein Geld mehr."
In den Eckpunkten der großen Koalition für die Pflegereform war 
die bezahlte Angehörigen-Freistellung für bis zu zehn Tage pro Jahr 
mit Anspruch auf Krankengeld lediglich als Prüfauftrag formuliert 
worden. Die Präsidentin des Deutschen Pflegerates, Marie-Luise 
Müller, nannte die bezahlte Freistellung einen "vom Grundsatz her 
richtigen Ansatz". Wenn Angehörige die Luft hätten, gute Pflege zu 
organisieren, könne manche vorschnelle Einweisung ins Pflegeheim 
vermieden werden, sagte sie dem "Tagesspiegel". Allerdings müsse die 
Verwendung der bezahlten Arbeitszeit dann auch kontrolliert werden.
Bei Rückfragen: 030/7262626-14 (Rainer Woratschka) oder 
030/26009-389 (Politikredaktion).

Pressekontakt:

Der Tagesspiegel
Chef vom Dienst
Thomas Wurster
Telefon: 030-260 09-308
Fax: 030-260 09-622
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