Hauptverband der Deutschen Bauindustrie

Neue DIHK-Umfrage: Engpässe auf dem Bauarbeitsmarkt

    Berlin (ots) - Jedes vierte Bauunternehmen klagt über Probleme bei der Besetzung offener Stellen - Insbesondere Großunternehmen betroffen - Unternehmen wollen mit verstärkter Aus- und Weiterbildung reagieren

    "Jedes vierte Bauunternehmen hat inzwischen Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden." Mit diesen Worten kommentierte heute in Berlin der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie Prof. Dr. Hans-Peter Keitel im Rahmen seiner Jahresauftaktpressekonferenz die Situation auf dem deutschen Bauarbeitmarkt. Im Zuge der baukonjunkturellen Belebung fehle es vor allem größeren Unternehmen an Bauingenieuren, aber auch an qualifizierten Baufacharbeitern. Keitel: "Der Mangel an qualifiziertem Personal droht auch in der deutschen Bauwirtschaft zur Wachstumsbremse zu werden. Aufträge können nun einmal nicht ausgeführt werden, wenn es am Wichtigsten fehlt: Dem Humankapital. "

    Die Einschätzung des Hauptverbandspräsidenten wird von einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) gestützt. Danach gaben 27 % der im Herbst des letzten Jahres befragten Bauunternehmen an, offene Stellen nicht besetzen zu können. In der Vorumfrage vom Herbst 2005 hatten nur 14 % der Befragten einen Fachkräftemangel gemeldet. Keitel: "Am stärksten betroffen sind die Bauunternehmen im Süden Deutschlands. Aufgrund der überdurchschnittlich guten Baukonjunktur ist der Bauarbeitsmarkt in dieser Region fast leergefegt." Entsprechend hoch ist im Süden der Anteil der betroffenen Unternehmen: 32 % klagen über Arbeitskräftemangel.

    "Bei der Beseitigung des Fachkräftemangels setzen die Unternehmen vor allem auf Aus- und Weiterbildung", berichtet der Verbandspräsident unter Verweis auf die Umfrageergebnisse. Drei von fünf Unternehmen gaben an, in Zukunft noch mehr ausbilden zu wollen. Erste Erfolge zeigen sich bereits in der Ausbildungsbilanz: Ende Dezember 2007 verzeichnete die Baubranche über 12.700 neue Ausbildungsverträge, knapp 800 mehr als im Dezember 2006. Insgesamt werden derzeit 39.250 junge Leute in einem Bauberuf ausgebildet. Aber auch die Weiterbildung steht bei den Bauunternehmen auf der Agenda: 46 % der Befragten wollen, auf diese Weise auf den Arbeitskräftemangel reagieren. Zudem soll das Potential älterer Arbeitnehmer in Zukunft wieder verstärkt genutzt werden: Jedes vierte Bauunternehmen sieht darin eine Möglichkeit, den Fachkräftemangel zu beseitigen.

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