medi GmbH & Co. KG

medi unterstützt Erdbebenopfer auf Haiti
Internationaler Hilfseinsatz (mit Bild)

Die Bayreuther medi GmbH & Co. KG engagiert sich für die Erdbebenopfer auf Haiti: Neben einer Spende von rund 300 Gelenken und weiteren Passteilen zur Beinprothesenherstellung waren zwei medi Mitarbeiter aus Bayreuth bei einem mehrwöchigen Hilfsprogramm auf der Karibikinsel im Einsatz. Carsten Stauf von medi hilft einem kleinen Mädchen nach ...

Bayreuth (ots) - Die Bayreuther medi GmbH & Co. KG engagiert sich für die Erdbebenopfer auf Haiti: Neben einer Spende von rund 300 Gelenken und weiteren Passteilen zur Beinprothesenherstellung waren zwei medi Mitarbeiter aus Bayreuth bei einem mehrwöchigen Hilfsprogramm auf der Karibikinsel im Einsatz.

"Schon kurz nach der harten Landung mit dem Flugzeug wurde uns bewusst: Wir sind in einer anderen Welt aufgeschlagen. Ich habe auf Haiti mit Mitteln und Materialien gearbeitet, die vermutlich kein deutscher Prothesenträger tolerieren würde. Aber die Menschen dort waren so dankbar und vor allem eines: geduldig!", berichtet Bernhard Kastner nach seinem Einsatz auf Haiti. Er und sein Kollege Carsten Stauf von medi haben zwei Wochen lang im Rahmen eines Hilfsprogramms auf Haiti gearbeitet. Die beiden Orthopädietechniker unterstützten das Albert-Schweitzer-Krankenhaus (HAS) in Deschapelles bei der prothetischen Versorgung von Haitianern, die nach dem verheerenden Erdbeben im Januar 2010 amputiert werden mussten: Sie fertigten Gipsabdrücke, bauten Prothesen, nahmen technische Einstellungen vor oder halfen den Menschen bei ihren ersten Schritten mit den neuen Beinprothesen.

Zoll - Hitze - medizinische Bedingungen: medi nimmt alle Hürden

Neben den schweren medizinischen Bedingungen, der Hitze und den hohen Infektionsgefahren vor Ort, waren auch geduldige Abstimmungen mit den haitianischen Behörden zu treffen: Die 300 Prothesengelenke, weitere Passteile sowie 300 Paar Schuhe speziell für Prothesenträger, die medi an das Hilfsteam des HAS gespendet hatte, hingen beim Zoll in der Warteschleife. Erst durch den hartnäckigen Einsatz von Carsten Stauf, der das "Projekt Haiti" für medi leitet, kamen die Hilfsgüter frei. "Beinahe täglich habe ich mit den Zollbeamten verhandelt: nichts. Als dann die Nachricht kam, dass die Gelenke tatsächlich auf dem Weg von der Hauptstadt Port-au-Prince zum Krankenhaus waren - wir haben uns alle so gefreut! Nach diesen zwei Wochen wussten wir ganz genau, was dieses Material für die Menschen hier bedeutet: nämlich weitermachen, weiterhelfen und für manche sogar weiterleben.", berichtet Carsten Stauf, der den Einsatz und Spenden von medi initiiert hatte.

Von Bayreuth über die USA nach Haiti

Im März begann das medi Hilfsprojekt in den USA. Die Hanger Orthopedic Group ist ein amerikanischer Handelspartner von medi. Deren gemeinnützige Stiftung, die "Hanger Ivan R. Sabel Foundation" setzt sich weltweit in Krisengebieten ein. Sie gründete mit dem Hospital Albert Schweitzer (HAS) in Deschapelles auf Haiti ein prothetisches Versorgungszentrum. Seit der Gründung des Zentrums am 22. Februar 2010 wurden bis heute hunderte Haitianer mit Amputationen prothetisch versorgt - das funktioniert nur, weil Hanger Fachpersonal aus aller Welt rekrutiert, das im Zwei-Wochen-Rhythmus das Hilfszentrum unentgeltlich unterstützt. Im Schwerpunkt werden vor Ort vor allem die medi Prothesenkniegelenke OFM1 und OFM2 eingesetzt: So kam über Carsten Stauf, der für medi als internationaler Projektmanager tätig ist, auch der Kontakt zum Hilfsprogramm zustande. Danach war schnell klar: medi hilft!

Erfahrungen fürs Leben

Was Carsten Stauf und Bernhard Kastner auf Haiti erlebt haben, lässt sich schwer in Worte fassen. Stauf versucht es: "Es gibt einem ein unheimlich gutes Gefühl, die leuchtenden Augen unserer Patienten zu sehen, wenn sie die ersten Schritte machen. Ich erinnere mich an ein kleines Mädchen mit Unterschenkelamputation, das ich gleich am Tag unserer Ankunft versorgt hatte. Sie zeigte trotz meiner Bemühungen keine Regung und ihr Gesicht war ohne Ausdruck. Einige Tage später lief sie ganz stolz durch unsere Anprobe, mit einer Anmut, die mich beeindruckte. Viele unserer Patienten haben Schreckliches mitgemacht. Aber sie geben sich nicht auf und warten teilweise Stunden, bis wir Zeit für sie haben. Ich werde wohl nie wieder vergessen, was ich in diesen zwei Wochen erlebt habe."

Damit der Arbeitseinsatz keine Einzelaktion bleibt, haben Carsten Stauf, Bernhard Kastner und ein Filmteam die Arbeit vor Ort und viele weitere Eindrücke festgehalten, um damit auf das Schicksal der Menschen auf Haiti aufmerksam zu machen. Schon jetzt hat medi aus seinem Kundenkreis in Deutschland und weltweit Orthopädietechniker aktiviert, die für jeweils zwei Wochen auf Haiti helfen werden.

Wer helfen will, findet im Internet unter www.medi.de unter "News" Spendenadressen und kann in einer Bildergalerie die Eindrücke von Haiti auf sich wirken lassen.

http://www.medi.de/patient/medi/news/medi-hilft-auf-haiti/

Erdbeben auf Haiti

Am 12. Januar bebte die Erde auf der Karibikinsel Haiti. Mehr als eine Viertelmillion Menschen haben das Erdbeben nicht überlebt. Nach vorsichtigen Schätzungen von Hilfsorganisationen wurden unter einstürzenden Gebäuden 300.000 Menschen verletzt, Tausende so schwer, dass Arme oder Beine amputiert werden mussten. Um die 100.000 Menschen gelten als verschwunden und werden unter den Trümmern vermutet.

Während das Interesse der Öffentlichkeit beinahe erloschen ist, leben immer noch über 1,5 Millionen Menschen auf Haiti in den riesigen Zeltstädten der Hilfsorganisationen. Die Hälfte davon sind Kinder. Hitze, Infektionsgefahr und die beginnende Hurrikan-Saison erschweren die Arbeit außerdem. Die Lebensbedingungen der Menschen sind katastrophal und für mitteleuropäische Verhältnisse unvorstellbar. Die medizinische Versorgung wird maßgeblich durch Hilfsorganisationen und Spenden aufrechterhalten.

Bernhard Kastner von medi arbeitete zwei Wochen auf Haiti und versucht die Arbeitssituation zu erklären: "Im Wesentlichen hatte das Albert-Schweitzer-Krankenhaus schon alles, was man braucht. Doch trotzdem ist alles anders. Die Patienten sitzen und liegen überall auf den Gängen, es ist insgesamt so viel los. Vor dem Erdbeben hatte das Albert-Schweitzer-Krankenhaus 80 Betten, 12 Stunden nach dem Erdbeben waren es 800! Jetzt wird versucht, die Zahl der Betten wieder schrittweise herunterzufahren - Ziel 120. Aber das Einzugsgebiet umfasst ca. 300.000 Einwohner..."

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