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Sommerreifen aus China: Vermeintliche Billigreifen haben bei deutschen Autofahrern keine Chance

Sommerreifen aus China: Vermeintliche Billigreifen haben bei deutschen Autofahrern keine Chance
idealo Studie: Beliebtheit bekannter Reifenmarken im Vergleich zu chinesischen Herstellern / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/pm/22312 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Idealo Internet GmbH/Florian Kriegel"

Berlin (ots) - Deutsche Autofahrer ignorieren chinesische Billigreifen. Zwar lassen sich pro Reifen durchschnittlich bis zu 30 Prozent sparen, dennoch verbuchen die vermeintlichen Schnäppchenreifen nur 2,2 Prozent Nachfrage für sich. Haben die Fernost-Reifen einen schlechten Rollwiderstand, reduziert sich das tatsächliche Einsparpotential innerhalb eines Reifenlebens auf wenige Euro.

   Ostern rückt näher und damit eine wichtige Zeit für alle 
Autofahrer: die Sommerreifensaison. Wer sich an die klassische "von 
O(ktober) bis O(stern)-Regel" hält, nutzt den Termin für einen 
Reifenwechsel. Viele nehmen diese Gelegenheit auch gleich zum Anlass,
abgefahrene oder bereits entsorgte Sommerräder gegen neue 
auszutauschen. Vor dem Kauf informieren sich die meisten Verbraucher 
über die am Markt erhältlichen Reifenmodelle. Automobilclubs, Fach- 
und Testmagazine begutachten hierfür jedes Jahr verschiedenste 
Reifenmodelle bekannter Marken sowie unbekannter Hersteller. Letztere
kommen zumeist aus dem chinesischen Raum und wollen mit 
"Billigreifen" den Markt erobern. Deutschlands größter Preisvergleich
idealo wollte wissen, welchen Stellenwert der Faktor Sparen bei 
deutschen Autofahrern hat und wie sich die chinesischen Sommerreifen 
auf dem Markt behaupten. 

Für den Vergleich wurden die idealo Top 10 der beliebten Premiummarken mit den zehn beliebtesten chinesischen Herstellern verglichen* und ermittelt: Billigreifen fassen hierzulande keinen Fuß und sind gar nicht so günstig wie angenommen.

Billigreifen: Nachfrage geht gegen Null

Betrachtet wurden die kaufstarken Frühjahrsmonate seit 2011, in denen Verbraucher üblicherweise Sommerreifen kaufen: März und April. Für die untersuchten chinesischen Autoreifenhersteller herrscht eine schwindend geringe Nachfrage von gerade einmal 2,2 Prozent im Vergleich zu den Premiummarken wie Continental, Dunlop oder Michelin. Für ihre Reifen interessieren sich 97,8 Prozent der Verbraucher.

Die prozentuale Nachfrageverteilung zeigt, dass Verbraucher beim Reifenkauf nicht allein auf den Preis achten und stattdessen den Testergebnissen renommierter Medien vertrauen. Für die Premiummarken bedeutet das eine klare Marktdominanz im Vergleich zu den günstigen Herstellern aus Fernost.

Durchschnittlich bis zu 30 Prozent Ersparnis

Der Hauptgrund, sich für einen Billigreifen zu interessieren, ist der Preis. Wie groß die durchschnittliche Ersparnis ausfällt, hat idealo anhand dreier häufig verwendeter Reifentypen analysiert. Bei den drei untersuchten Reifengrößen beträgt das Einsparpotenzial bei Billigreifen bis zu 30 Prozent im Vergleich zu teureren Markenreifen. Das sind pro Reifen bis zu 23,50 Euro. Dabei handelt es sich wohlgemerkt um den Durchschnitt. In Einzelfällen liegt die Ersparnis deutlich höher.

   - Kleinwagen 185/60 R15: Bei der typischen Reifengröße für viele 
     Kleinwagen wie zum Beispiel dem VW Polo, sparen Verbraucher im 
     Durchschnitt 10,68 Euro (22 Prozent) im Vergleich zum 
     durchschnittlichen Marktpreis.
   - Kompakt- bis Mittelklasse 205/55 R16: Das Einsparpotenzial beim 
     häufig verwendeten Reifentyp in der Mittelklasse beträgt 22 
     Prozent beziehungsweise 12,50 Euro im Vergleich zum 
     durchschnittlichen Marktpreis.
   - Oberklasse 225/45 R17: Bei größeren Reifen für die Oberklasse 
     sparen Autofahrer durchschnittlich 30 Prozent. Das sind rund 24 
     Euro im Vergleich zum durchschnittlichen Marktpreis. 

"Billigreifen" büßen ihr Sparpotenzial auf der Strasse ein

Der Anschaffungspreis eines neuen Reifensatzes ist nur ein Kostenfaktor, der bei der Wahl des richtigen Sommerreifens eine Rolle spielt. So haben auch die Haltbarkeit und die Kraftstoffeffizienzklasse (KEK) eine unmittelbare Auswirkung auf die anfallenden Gesamtkosten.

Die Kraftstoffeffizienz eines Reifens wird anhand seines Rollwiderstands ermittelt. Als Optimum gilt ein Reifen der Klasse A, der ideale Abrollbedingungen zeigt. Ein Reifen mit der Klasse B verbraucht theoretisch bereits 0,10 Liter mehr Kraftstoff auf 100 km und die schlechteste Klasse sogar 0,66 Liter mehr. Zwar ist der Verbrauch vor allem vom individuellen Fahrstil abhängig, die Klassifizierung lässt aber bereits eine Tendenz erkennen. Während viele Premiummarken Sommerreifen mit der KEK A anbieten, fallen Billigreifen aus Fernost vermehrt durch schlechtere Kraftstoffeffizienzklassen auf.

Wir haben einen Sommerreifen mit KEK A eines Premiumherstellers (Continental ContiPremiumContact 5) mit dem günstigsten Billigreifen (Wanli S1200) eines chinesischen Herstellers verglichen, der nur KEK E besitzt. Dieser verbraucht laut EU-Verordnung rund 0,14 Liter mehr Kraftstoff.

Exemplarische Gesamtkosten anhand eines Premium- und eines Billigreifens:

   - Premiumreifen Continental ContiPremium Contact 5 185/60 R16
Kraftstoffeffizienz A Preis pro Satz: 243,60 Euro 
Kraftstoffverbrauch pro 40.000 Km: 3.561,36 Euro 
   - Billigreifen Wanli S1200 185/60 R16 
Kraftstoffeffizienz E Preis pro Satz: 133,28 Euro 
Kraftstoffverbrauch pro 40.000 Km: 3.636,90 Euro 

Gemessen an einem Reifensatz, beträgt die Preisersparnis beim Kauf von Billigreifen in diesem Fall rund 110 Euro. Der erhöhte Kraftstoffverbrauch verursacht bei einer Laufleistung von 40.000 Kilometern allerdings Mehrkosten in Höhe von 75,54 Euro. So beträgt die tatsächliche Ersparnis nur 34,78 Euro. In dieser Rechnung ist aber noch nicht der Verschleiß enthalten. Geht man davon aus, dass ein günstiger Reifen eine niedrigere Lebenserwartung hat, also früher erneuert werden muss, amortisieren sich die Mehrkosten für Premiumreifen früher als angenommen.

Vernunft vor Ersparnis: Deutsche Autofahrer ignorieren billige Sommerreifen

Bei der Wahl des passenden Reifens lassen sich deutsche Autofahrer vorwiegend von Testergebnissen renommierter Testmagazine beeinflussen. Und die bestätigen immer wieder, dass Billigreifen zwar nicht automatisch schlecht sind, aber im Vergleich zu den besser getesteten Modellen klar das Nachsehen haben. Als einziger Kontakt zur Straße tragen Reifen maßgeblich zur Sicherheit beim Autofahren bei, was Verbraucher gewillt sind zu bezahlen. Rechnet man die Ersparnis beim Kauf gegen die höheren Betriebskosten und den möglichen schnelleren Verschleiß, relativiert sich die Ersparnis von Billigreifen - und die ohnehin geringe Nachfrage von zwei Prozent.

Die Studie inklusive Grafiken ist unter diesem Link zu finden: http://ots.de/fGXKD

* Premiummarken nach Beliebtheit auf idealo.de: Continental, Dunlop, Michelin, Hankook, Pirelli, Goodyear, Bridgestone, Uniroyal, Fulda, Vredestein. Chinamarken nach Beliebtheit auf idealo.de: GoodRide, Wanli, Sunny, Infinity, Linglong, Sonar, Blackstone, Chengchan, Triangle, Maxxis. ** Stand: 27.02.2015

Pressekontakt:

Florian Kriegel
idealo internet GmbH
Ritterstraße 11
10969 Berlin, Deutschland
Tel.: +49 (0)30 31 98 92 883
E-Mail: florian.kriegel@idealo.de
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