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Die Lage der Konsumenten bleibt angespannt: Privatinsolvenzen steigen deutlich (mit Bild)

Die Lage der Konsumenten bleibt angespannt: Privatinsolvenzen steigen deutlich (mit Bild)
Prozentuale Veränderung der Privatinsolvenzen im Vergleich der Quartale 01/2009 und 01/2010. Das stärkste Wachstum bei den Privatpleiten im ersten Quartal 2010 gegenüber dem Referenzzeitraum des Vorjahrs verzeichnet Thüringen: plus 46,54 Prozent. Auch Berlin (plus 27,34 Prozent), Nordrhein-Westfalen (plus... mehr

Hamburg (ots) - Steigende Verbraucherinsolvenzzahlen in 15 von 16 Bundesländern: Mit 34.710 Fällen sind die Privatpleiten im ersten Quartal 2010 auf dem Vormarsch. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres stiegen sie um knapp 14 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Wirtschaftsauskunftei Bürgel. Die Hamburger haben ihre Jahresprognose von 137.000 auf bis zu 140.000 private Offenbarungseide nach oben korrigiert. Träte diese Entwicklung ein, würde sie das Rekordjahr 2007 sogar zahlenmäßig überflügeln. Vor allem junge Bundesbürger sind von Privatinsolvenzen betroffen. Allein in der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen klettert die Quote im Untersuchungszeitraum um 72 Prozent.

Im absoluten Vergleich der Bundesländer schneidet Nordrhein-Westfalen mit 7.395 Privatpleiten im ersten Quartal am schlechtesten ab. Dort wird zahlenmäßig jeder fünfte Offenbarungseid (21 Prozent) bundesweit geleistet. Unterdessen ist Bremen im relativen Vergleich (83 Insolvenzen pro 100.000 Einwohner) Ausreißer nach oben. Hohe Werte attestiert Bürgel aber auch Niedersachsen (58 Insolvenzen pro 100.000 Einwohner), dem Saarland (55), Schleswig-Holstein (54) und Hamburg (52). Der Bundesdurchschnitt liegt bei 42 Privatpleiten pro 100.000 Einwohner. Am besten schneiden Bayern und Thüringen ab (je 32 Fälle pro 100.000 Einwohner), gefolgt von Baden-Württemberg (34).

Das stärkste Wachstum bei den Privatpleiten im ersten Quartal 2010 gegenüber dem Referenzzeitraum des Vorjahrs verzeichnet Thüringen: plus 46,54 Prozent. Auch Berlin (plus 27,34 Prozent), Nordrhein-Westfalen (plus 26,04 Prozent), das Saarland (plus 23,85 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (plus 20,65 Prozent) legen bei den Privatinsolvenzen um mehr als ein Fünftel zu. Einziger Rückgang auf Länderebene: In Schleswig-Holstein sinken die Zahlen um knapp drei Prozent auf 1.525 Fälle.

59 Prozent aller Privatinsolvenzen, 20.497 Fälle, gehen im ersten Quartal auf das Konto von Männern. Nur bei der jüngsten Gruppe der 18- bis 25-Jährigen führt das weibliche Geschlecht mit einem Anteil von knapp 53 Prozent. Den größten Abstand zwischen den Geschlechtern weist die Bürgel- Statistik in der Gruppe der 36- bis 45-Jährigen auf. Hier liegt der Männeranteil bei 62 Prozent.

Bei der jüngeren Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen steigt im Untersuchungszeitraum der Anteil der Privatpleitiers um 72 Prozent auf 2.235 Fälle. Noch dramatischer (plus 84,27 Prozent) fällt hier der Anstieg bei den Männern aus: Deren Zahl wächst auf 1.054 Fälle. Auch die Altersgruppe der 26- bis 36-Jährigen hat im Untersuchungszeitraum mit knapp 22 Prozent mehr Privatinsolvenzen zu kämpfen.

Insgesamt hängt die Ungleichverteilung der Privatschulden vor allem mit einem ungünstigen Verhältnis von Ausgaben zum Einkommen bei den Jüngeren zusammen. Hier steht den Investitionen in Wohnungskauf und Familiengründung sowie teilweise hohen Konsumansprüchen ein vergleichsweise geringer Verdienst gegenüber. Zudem verfügen gerade die jüngeren Bürger über weniger finanzielle Rücklagen, um Zahlungsengpässe auszugleichen. "In Anbetracht der aktuellen Zahlen sind die Aussichten für 2010 negativ", resümiert Bürgel- Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin.

Wirtschaftliche Unsicherheit, steigende Anzahlen von Geringverdienern und Arbeitslosigkeit auf hohem Niveau sowie zunehmende Überschuldungen veranlassen Bürgel, ihre Jahresprognose auf bis zu 140.000 Privatinsolvenzen anzuheben.

Privatinsolvenzen zu einzelnen Postleizzahlen/Kreisen erhalten Sie auf Anfrage. Die gesamte Studie "Schuldenbarometer 1. Quartal 2010" ist auf www.buergel.de hinterlegt.

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