Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft

Es geht um das Menschenbild
Wolfgang Frühwald über den Streit der Literaten mit den Lebenswissenschaftlern

    Essen (ots) - In ihrer Ende August erscheinenden Ausgabe (3.
Quartal) veröffentlicht die Zeitschrift des Stifterverbandes
"Wirtschaft & Wissenschaft" einen streitbaren Beitrag Wolfgang
Frühwalds, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, zur
aktuellen Debatte über Chancen und Risiken der Gentechnik und
Molekularbiologie. In seinem Artikel setzt sich Frühwald mit der
Diskussion um die gentechnische Menschenoptimierung in Kunst und
Literatur auseinander. Während Schriftsteller wie Adolf Muschg, Durs
Grünbein, Stefan Heym, Harry Mulisch lebhaft ein Recht auf
Nicht-Perfektion, auf Zufall oder Schicksal fordern, hat die seriöse
Wissenschaft nach Frühwalds Ansicht "keine Zeit und keine Sprache, um
sich einer ausufernden Debatte mit der Literatur zu stellen". Der
dringend notwendige Dialog zwischen "science" (naturwissenschaftliche
Kultur) und "literature" (ästhetisch-geisteswissenschaftliche Kultur)
sei noch nicht in Gang gekommen.
    
    Frühwald hatte vor kurzem in der Zeitschrift "Forschung & Lehre"
mit einem Interview über Gentechnik, Forschungsfreiheit und
Menschenbild bundesweit für Aufsehen gesorgt. Dabei ließ insbesondere
seine Kritik an der Position der Deutschen Forschungsgemeinschaft
aufhorchen. Der Beitrag Frühwalds in der Zeitschrift "Wirtschaft &
Wissenschaft" ist als Vorabdruck im Internet (www.stifterverband.org)
veröffentlicht.
    
    Weitere FORUM-Themen in der August-Ausgabe von "Wirtschaft &
Wissenschaft" beschäftigen sich mit einem anderen,
gesellschaftspolitisch kontrovers diskutierten Thema
"Informationstechnologie":
    
    - Jürgen Renn, Direktor am Max-Planck-Institut für
Wissenschaftsgeschichte, fragt nach der Bedeutung der
Informationsrevolution im Internet für den Umgang mit dem Kulturerbe
der Menschheit. Bis jetzt führen die neuen technischen Möglichkeiten
nicht zu einer größeren Verfügbarkeit von Forschungsmaterial, sagt
Renn. Im Gegenteil: Kulturgüter drohen als Spekulationsobjekt einer
profitablen Online-Vermarktung der Öffentlichkeit und der Forschung
entzogen zu werden. Wer Kultur im Internet sucht, findet es
überraschend leer.
    
    - Miriam Meckel, Sprecherin der Landesregierung von NRW, schreibt
über die "Codes des Internet". Die Verbreitung des Web berührt, so
Meckel, die Funktionsprinzipien unserer Gesellschaft. Zwar folge das
Netz verblüffend stark den Regeln der analogen Welt. Doch der
Anschluss an das Internet wird zusehends zum Nadelöhr, um am
gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Für Meckel droht eine soziale
Spaltung: zwischen denen, die an der Network-Society teilnehmen, und
den anderen, die von ihr ausgeschlossen sind.
    
    Außerdem: Eine Kritik von Generalsekretär Manfred Erhardt an den
Juniorprofessuren, Auszüge aus einer Nobelpreisträger-Diskussion über
den Brain Drain, ein Beitrag über eine weltweit erfolgreiche
Posterausstellung über den Forschungsstandort Deutschland.
    
    "Wirtschaft & Wissenschaft" erscheint Ende August 2001. Sie kann
unter der Telefonnummer (0201) 8401-159 oder unter
mail@stifterverband.de bestellt werden.
    
    
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Pressekontakt:
Michael Sonnabend M.A.
Tel. 0201/8401-181

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