Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft

Stifterverband für nationales Stipendienprogramm

Essen/Berlin (ots) - "Uni für alle": Neue Initiativen des Stifterverbandes zielen auf Öffnung der Hochschulen

Der Stifterverband begrüßt ein nationales Stipendiensystem als dritte Säule der Studienfinanzierung neben BaföG und Bildungskrediten. Das Stipendienprogramm dürfe aber nicht auf Kosten anderer Formen der Studienförderung finanziert werden, sagte der Generalsekretär des Stifterverbandes Andreas Schlüter heute in Berlin. Der Stifterverband fordert, dass künftig generell Stipendien nicht mehr auf BAföG-Leistungen angerechnet werden. Bei der Auswahl der Stipendiaten sollten zudem nicht nur Noten, sondern auch andere Kriterien herangezogen werden, wie z. B. soziales Engagement oder Migrationshintergrund. "Die bisherige öffentliche Begabtenförderung fördert vor allem Studierende aus akademischen Besserverdiener-Haushalten, das muss sich ändern", sagte Schlüter. Der Stifterverband wirbt bei seinen Mitgliedern für eine Beteiligung an dem Stipendienmodell und wird in seinen künftigen Förderprogrammen für die Hochschulen Geld für Stipendien einplanen.

Der Stifterverband startet im Jahr 2010 neue Programme und Initiativen mit einem Budget von insgesamt 3,5 Mio. Euro. Partnerinstitutionen steuern weitere vier Millionen Euro bei. Damit widmet sich der Stifterverband mit aktuell knapp 50 Programmen, Wettbewerben, mehrjährigen Initiativen und Preisen der Reform des Hochschulsystems, der Talentförderung oder der Zukunft der Lehre. Die neuen Initiativen zielen auf die weitere Öffnung der Hochschulen. "Wir wollen eine Uni für alle", erläutert Volker Meyer-Guckel, Programmchef des Stifterverbandes.

So soll ein gemeinsames Programm von Heinz Nixdorf-Stiftung und Stifterverband mit dem Titel "Eigeninitiative und Verantwortung" die Autonomiefähigkeit von Hochschulen stärken. Gesucht werden innovative Ansätze, um Professoren, Verwaltungsmitarbeiter und Studierende für die erfolgreiche Weiterentwicklung der Hochschule insgesamt zu aktivieren. Vier Hochschulen erhalten eine Förderung von je 400.000 Euro, verteilt auf zwei Jahre, um ihre Konzepte zu entwickeln und einzelne Elemente davon zu verwirklichen.

Viele Hochschulen in den USA begreifen ein umfassendes gesellschaftliches Engagement als selbstverständliche Verpflichtung. Der Stifterverband will diese Idee nun auch in Deutschland verankern. So soll das mit 1,4 Mio. Euro dotierte Programm "Hochschulbildung und gesellschaftliches Engagement" Universitäten und Fachhochschulen dazu anregen, zivilgesellschaftliches Engagement zu einem wesentlichen Bestandteil in der Ausbildung des akademischen Nachwuchses zu machen.Gemeinsam mit den Hochschulen will der Stifterverband binnen zwei Jahren ein Leitbild "Hochschulen in der Gesellschaft" erarbeiten. Das Programm wird von einer internationalen Vergleichsstudie begleitet.

Im Programm "Grundlagen für ein Diversity-Audit" wollen Stifterverband und Hochschulentwicklungszentrum CHE gemeinsam mit bis zu zehn Hochschulen Kriterien für den produktiven Umgang mit Diversität im Hochschulalltag entwickeln. In dem auf zwei Jahre angelegten und mit 500.000 Euro ausgestatteten Programm sollen die Grundlagen für ein Auditverfahren erarbeitet werden. "Deutsche Hochschulen sind für den Umgang mit Diversität kaum gerüstet. Der Normalstudent, ein Abiturient deutscher Herkunft, der unmittelbar nach der Schulzeit ein Vollzeitstudium aufnimmt, ist noch immer das Maß der Dinge. Das soll sich jetzt ändern", sagt Meyer-Guckel.

Die Initiative Bildung & Begabung soll zu einem Zentrum für Begabungsförderung und -forschung ausgebaut werden. Seit 1985 fördert der gemeinsam von Stifterverband und Bundesbildungsministerium getragene Bonner Verein Schülerinnen und Schüler mit außergewöhnlichen Talenten. Das Herzstück der Aktivitäten bilden die beiden Bundeswettbewerbe Fremdsprachen und Mathematik, der Auswahlwettbewerb zur Internationalen Mathematik-Olympiade und zwei Schülerakademien. Die Förderprogramme und Wettbewerbe erreichen jedes Jahr über 20.000 junge Menschen. Die bewährten Aktivitäten werden weitergeführt, neue kommen hinzu. So soll das Zentrum künftig etwa Lehrer- und Elternfortbildungen anbieten, in Fragen der Frühförderung beraten, Standards für die Talentförderung erarbeiten. Der Stifterverband wird dazu seinen jährlichen Förderbeitrag von 450.000 Euro auf 700.000 Euro erhöhen. Auch das Bundesbildungsministerium plant eine Anhebung der jährlichen Fördersumme.

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