Vier Pfoten - Stiftung für Tierschutz

Hubertustag 3. November: Tierschutz oder Jagd? Beides geht nicht

Hamburg (ots) - Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN erinnert zum Hubertustag daran, dass der Heilige Hubertus laut Legende durch eine Erscheinung vom Jäger zum Tierschützer und Jagdgegner wurde. Trotzdem finden aber alljährlich am 3. November die so genannten Hubertusjagden sowie Hubertusmessen statt. Anstelle den heiligen Hubertus zum Schutzpatron der Tiere zu machen, ernannte die Kirche ihn zum Patron der Jäger.

"Als einst Hubert [...] zur Jagd zog, warnte ihn seine Gattin und flehte ihn dringend an, den ernsten Todestag des Herrn nicht zu entweihen. [...], dennoch siegte die Jagdlust. [...] und [er] verfolgte einen prächtigen Hirschen. Als er demselben nahe kam und schon den Bolzen nach dem Tiere abdrücken wollte, bleibt dasselbe plötzlich stehen, wendet sich nach dem Jäger, und mitten in seinem Geweih erscheint ein strahlendes Kreuz. Eine klagende Stimme ertönt: 'Hubertus, ich erlöste dich und dennoch verfolgst du mich!' Hubert erbebte, warf sein Geschoß von sich und flehte innig zu Gott um Erbarmen." (Quelle: Sankt-Hubertus.de)

"Während Jäger von Hege, Pflege und Schutz der Natur sprechen, verwandeln sie diese in einen dauerhaften Kriegsschauplatz. Sie verursachen ständiges Fluchtverhalten, Stress und Todesangst bei den hochsensiblen Tieren und zerstören deren Sozialstrukturen", weiß VIER PFOTEN-Geschäftsführerin Johanna Stadler. "Die Tiere reagieren auf diesen massiven Eingriff mit einer höheren Geburtenrate und früherer Geschlechtsreife. Dadurch, sowie durch massive Fütterung erzeugen Jäger absichtlich Überpopulationen und der Teufelskreis beginnt von vorne. Daher sind alle angeblichen Probleme, die Jäger als Ausrede für ihr tierquälerisches Hobby anführen, von ihnen selbst verursacht. Eine besondere Perversion: zusätzlich werden trotz angeblicher Überpopulation riesige Mengen von Wildtieren in Massentierhaltungen handzahm gezüchtet und direkt dort oder gleich nach dem Aussetzen für viel Geld erschossen."

Auch in Afrika lassen sich selbst ernannte Trophäenjäger vor allem aus den USA und Europa exotische Wildtiere auf dem Silbertablett servieren. Die gnadenlose Jagd auf gezüchtete, halbzahme Löwen in abgezäunten Arealen - das sogenannte Canned Hunting - boomt. Allein in Südafrika werden jährlich mehr als tausend der majestätischen Großkatzen auf diese Weise getötet. Die Tiere haben keine Chance auf ein Entkommen. VIER PFOTEN hat circa 120.000 Protestunterschriften gegen diese besonders grausame Form der Jagd gesammelt, die bald an die südafrikanische Regierung übergeben werden sollen.

Nur ganz selten hört man von manchen Jägern zu vorgerückter Stunde die Wahrheit, wie z.B. vom ehemaligen Tiroler Landesjägermeister Paul Steixner (Tiroler Tageszeitung, 9.6.2003): "Die Dinge sollen beim Namen genannt werden. Auch die eigene Lust am Jagen. Welcher Weidmann geht auf die Jagd, weil er den Wald retten will oder weil ihm die Natur so gefällt? Es sind oft unsere eigenen Halbwahrheiten, die uns den Umgang mit einer kritischen Öffentlichkeit noch schwerer machen. Es gibt kein gutes Argument, auf einen Auerhahn zu gehen oder eine Gams im hochalpinen Gelände zu bejagen - außer man ist ehrlich. Und sagt, ja, ich will in guter alter Tradition Beute machen."

Nähere Informationen auf der neuen Website www.vierpfoten.de in der Rubrik Wissen/Jagd

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