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16. European Energy Markets Observatory: EU-Maßnahmen reichen nicht, um Europa sicher mit Energie zu versorgen

Berlin (ots) - Die europäischen Gas- und Elektrizitätsmärkte bleiben 2014 weiterhin unruhig, insbesondere wegen des Rückgangs der Großhandelsstrompreise. Als Gegenmaßnahme hat die EU-Kommission neue Ziele und Vorschriften definiert, die allerdings immer noch nicht ausreichen, um die Märkte nachhaltig zu stabilisieren. In Teilen der EU ist eine sichere Energieversorgung in diesem Jahr gefährdet, für das kommende Jahr wächst die Unsicherheit. Die Situation könnte sich zusätzlich verschärfen, wenn die geopolitische Lage zwischen Russland und der EU angespannt bleibt. Zu diesem Schluss kommt die 16. Ausgabe des "European Energy Markets Observatory" (EEMO), die von Capgemini in Zusammenarbeit mit Natixis, dem CMS Bureau Francis Lefebvre und dem Think Tank VaasaETT erstellt wurde.

Die wichtigsten Ergebnisse des 16. EEMO:

1. Schnelle Änderungen der EU-Gesetze sind dringend nötig

Die EU-Kommission ist sich der Notwenigkeit von Reformen bewusst und hat entschieden, ihre Energie und Klimapolitik zu ändern. Am 23. Oktober 2014 entschied die Kommission, eine mindestens 40 prozentige Reduktion der Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 zum Hauptziel für die Mitgliedsstaaten zu festzulegen.

"Mit der Verabschiedung des aktuellen Klima- und Energiepakets versucht die EU-Kommission bislang falsch gesetzten Marktanreizen zu begegnen", sagt Andreas Weiler, Leiter Energiewirtschaft bei Capgemini Consulting. "Die Effekte hieraus werden jedoch noch mehrere Jahre auf sich warten lassen. Ohne schnelle und tiefgreifende Änderungen werden negative Stromgroßhandelspreise weiterhin auftreten."

2. Europäische Gasversorgung ist zu instabil

30 Prozent des in Europa verbrauchten Gases stammt aus Russland. Da die Hälfte dieses Gases über die Ukraine fließt, haben die Beziehungen zu Russland direkte Auswirkungen auf die Gasversorgung. Als Konsequenz aus der Krise zwischen Russland und der Ukraine, hat Gazprom seine Lieferungen in das Land eingestellt. Falls die diplomatischen Beziehungen zwischen der EU und Russland gespannt bleiben, könnte die Gasversorgung solcher EU-Länder in diesem Winter gefährdet sein, welche ausschließlich oder hauptsächlich aus Russland beliefert werden.

Der EEMO gibt vier Handlungsempfehlungen, um die Sicherheit der 
Gasversorgung in der EU zu verbessern: 
- Erlaubnis der Erforschung und Förderung von Schiefergas 
- Erhöhung der Importe von flüssigem Erdgas (LNG) 
- Erweiterung der Speicherkapazitäten 
- Förderung von Pipelines außerhalb russischen Bodens 

3. Energieversorger müssen digital denken

"Horizont 2020", das neue Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der EU, erkennt Datensammlung, -verarbeitung und -nutzung als Schwerpunkte in allen Wirtschaftsbereichen, einschließlich des Energiesektors, an.

Gerade in Zeiten der Unsicherheit sollten Energieversorger das volle Potential der digitalen Revolution nutzen, um sich nachhaltig zu verändern, meint Andreas Weiler. "Die Transformation zum 'Digitalen Energieversorger' ermöglicht eine weitaus höhere Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit und ist Voraussetzung in Zukunft zu Gewinnern im Markt zu gehören", so der Experte.

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