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Deutsche AIDS-Hilfe startet bundesweite HIV-Präventionskampagne "ICH WEISS WAS ICH TU"

Deutsche AIDS-Hilfe startet bundesweite HIV-Präventionskampagne "ICH WEISS WAS ICH TU"
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Berlin (ots) - Die Deutsche AIDS-Hilfe e.V. (DAH) startet am heutigen Montag eine bundesweite zielgruppenspezifische Kampagne zur Intensivierung der HIV-Prävention und Gesundheitsförderung bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM): "ICH WEISS WAS ICH TU". Zu der Kampagnenzielgruppe der MSM zählen Schwule, Bisexuelle und andere Männer, die Sex mit Männern haben.

Die Kampagne wird von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unterstützt. Sie ist ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung des nationalen Aktionsplans der Bundesregierung zur HIV- und AIDS-Bekämpfung. "ICH WEISS WAS ICH TU" soll die Zielgruppe dabei unterstützen, sich vor einer HIV-Infektion zu schützen und sich insgesamt selbst- und gesundheitsbewusst zu verhalten. In dem gemeinsam mit den DAH-Mitgliedsorganisationen und weiteren (Präventions-)Projekten entwickelten Maßnahmenpaket werden differenzierte Informationen zielgruppengerecht kommuniziert, damit die Männer ihr individuelles Risiko, sich mit HIV oder anderen sexuell übertragbaren Erregern zu infizieren, realistisch einschätzen und gegebenenfalls ihr Schutzverhalten anpassen können.

Auf der Pressekonferenz in Berlin erläuterte Winfried Holz, Bundesvorstand der DAH, das Kampagnenkonzept:

"Wir möchten das Informations- und Schutzverhalten der Männer stärken und stabilisieren. Unsere Kampagne stützt sich dabei auf drei Säulen: Medien der MSM-Community (z.B. Printmedien wie Zeitschriften und Infoblätter, Internetportale), Beratung (vor Ort, am Telefon und im Internet) und personalkommunikative Vor-Ort-Aktionen (z.B. Präventionsteams mit Aktionen wie z.B. auf CSDs und andere Events). Für diese Aktionen stellt die DAH im Rahmen der Kampagne eine Million Cruising-Packs (Kondom und Gleitgel) zur Verfügung. Anzeigenmotive und weitere Kampagnenmodule (z.B. Infofaltblätter, Aktionen der Präventionsteams, Kooperation mit Medienpartnern) thematisieren verschiedene MSM-Lebenswelten und verweisen immer auf das Gesundheits- und Präventionsportal www.iwwit.de ."

Dr. Dirk Sander, DAH-Abteilungsleiter Strukturelle Prävention MSM:

"Die HIV-Neudiagnoseraten steigen seit 2001 in der MSM-Zielgruppe in allen westlichen Industrienationen. Aktuelle Studien (z.B. Bochow et al., "Wie leben Schwule heute?" Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, 8. Wiederholungsbefragung zum MSM-Schutzverhalten) stellen aber fest, dass der Wille, sich vor HIV zu schützen, in der Zielgruppe der MSM auch nach über 20 Jahren Präventionsarbeit ungebrochen hoch ist. Die Grundstandards des Safer Sex sind von der Zielgruppe gelernt. Sie erfordern allerdings heute eine Erweiterung, die auf authentische Weise die Lebenswirklichkeiten der Zielgruppe aufgreift. Es werden unterschiedliche Schutzbotschaften platziert (z.B. für Männer in Paarbeziehungen oder für positiv getestete Männer), die HIV-Negative, HIV-Positive und Männer, die nicht wissen, ob sie positiv oder negativ sind, auch erreicht. So können wir die Kontexte thematisieren, die zu einem risikoreichen Verhalten beitragen. Und wir binden HIV-Positive in die Prävention ein: Die HIV-Positiven können in der Prävention die Aufgabe übernehmen, falsche Bilder vom Leben mit HIV aufzuweichen, falsche Risikostrategien entlarven und falsche Bilder von HIV-Positiven selbst korrigieren helfen. Das ist auch deshalb wichtig, um einer Stigmatisierung von HIV-Positiven entgegen zu wirken."

Am Abend empfängt die DAH zum Kampagnenstart 250 Vertreterinnen und Vertreter aus der Community, aus Politik und Gesellschaft, Wissenschaft und Forschung, Medien und Verwaltung in Clärchens Ballhaus in Berlin-Mitte. Auf der Veranstaltung wird der Kampagnenfilm "Junge Positive" welturaufgeführt, mit dem die DAH sensibel thematisiert, was das Leben mit HIV für junge Schwule bedeutet.

Die Deutsche AIDS-Hilfe e.V. wurde vor 25 Jahren gegründet. Unter ihrem Dach sind etwa 120 Aids- u. Drogenhilfen, Präventionsprojekte, Schwulen- und Lesbenorganisationen sowie Wohn- u. Pflegeprojekte aus dem gesamten Bundesgebiet organisiert.

Pressekontakt:

Deutsche AIDS-Hilfe e.V. (DAH)
Abteilung Kommunikation und Marketing
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dipl.-Medienwiss. Jörg Litwinschuh
Wilhelmstr. 138
10963 Berlin
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Fax: +49.30.69 00 87 - 42
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