Dr. Günter Paller - Unternehmensberater

MES-System: Trotz klarer Vorteile stehen der MES-Implementierung Hürden im Weg

Berlin (ots) - Mit dem Projekt "Industrie 4.0" will die Bundesregierung im Zeitalter der Digitalisierung der 4. Industriellen Revolution den Weg ebnen. Schön und gut - nur was bedeutet dies genau wie soll dieses Projekt umgesetzt werden? Mit diesen Fragen beschäftigen sich heute noch viele Unternehmen des Mittelstandes und tasten sich daher nur zögerlich heran. Dabei ist die Antwort ebenso einfach wie genial. MES-Systeme sind die Versinnbildlichung der digitalen Vernetzung zwischen Computer, Mensch und Maschine. Schon seit geraumer Zeit ist der Begriff "Manufactoring Excecution System" (MES) in aller Munde. Allerdings hatten viele Anwenderunternehmen Schwierigkeiten damit, die MES-Software mit der bereits vorhandenen ERP-Software dahingehend zu koppeln, sodass die Integration nicht nur aus einer Dateischnittstelle besteht, sondern ein intelligenter Austausch von Informationen möglich ist. Bisher gab es hierfür keine Standard-Lösung. Wenn überhaupt, wurde eine Middleware eingesetzt, das Meiste jedoch per Hand ins System "geschummelt". Mit der Spezifikation "ISA S95" können jegliche Inhalte, die zwischen beiden Systemen ausgetauscht werden sollen, bestimmt werden. Zudem wurde ein neues XML-Schema namens B2MML (Business to Manufactoring Markup Language) für den Datenaustausch zwischen MES und ERP entwickelt, um damit eine verbindliche Standardlösung zu bieten.

Der MES-Hersteller Wonderware B2MML stellt mit seiner Technik eine Umwandlung von auftragsbezogenen ERP-Daten zur Verfügung, sodass diese vom MES-System sachgerecht aufgenommen und weiterverarbeitet werden können. So werden beispielsweise Kundenaufträge in Fertigungsaufträge zerlegt und dem MES-System übermittelt, damit dieses anhand der Daten die lokale Produktionslinie planen, überwachen und kontrollieren kann. Der ERP-Marktführer SAP bietet selbst eine Portaloberfläche namens "iViews" an, um Informationen aus dem ERP- und MES-System gemeinsam anzuzeigen, hält sich jedoch bei der Entwicklung eigener MES-Systeme zurück bzw. überträgt diese Aufgabe seinen Partnern wie Osco Olbricht, Seehaus & Co. Consulting GmbH.

Die Vorteile der gemeinsamen Nutzung von ERP- und MES-Systemen liegen auf der Hand: So kann beispielsweise ein Stahlfertiger seine Produktion je nach individuellen Kundenwünschen ohne viel Aufwand variieren, indem die vom ERP-System an das MES-System übermittelten Auftragsdaten in die Produktionsplanung eingespeist werden, welche dann abgestimmt auf jede zur Auftragsbearbeitung verfügbare Maschine, jeder Mitarbeiter und alle notwendigen Materialien erstellt wird, sodass alle Mitarbeiter, Materialien und Maschinen effizient sowie effektiv genutzt werden. Allerdings wissen dennoch viele Anwenderunternehmen nicht viel mit der Implementierung anzufangen. Die sich herauskristallisierenden Schwierigkeiten offenbaren sich in Form der verschwommenen Grenze zwischen ERP- und MES-System, d.h. wo hört ERP auf und wo fängt MES an? Theoretisch wären neueste MES-Systeme so weit, die meistgenutzten ERP-Aufgaben zu übernehmen und dennoch konnte sich dieses System bis dato nicht durchsetzen. Dies könnte womöglich den, verglichen mit den Riesen der ERP-Branche, "winzigen" Anbietern von MES-Systemen, die es noch nicht geschafft haben, sich in der großen Wirtschafswelt bemerkbar zu machen, zu Grunde liegen. Nun obliegt es ihnen, die deutsche Industrie auf dieses Thema zu sensibilisieren und eine ihr gewidmete Aufklärungsaktion zu starten sowie der Öffentlichkeit insgesamt aufzuzeigen, zu was die heutigen technologischen Errungenschaften fähig sind und welche Vorteile sie auch letztendlich für den Endkunden mit sich bringen.

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