Verband der Chemischen Industrie (VCI)

Blitzumfrage des VCI unter Mitgliedsfirmen: Weiterhin schwierige Lage der chemischen Industrie zu Jahresbeginn
Unternehmen pessimistisch für 2009

Frankfurt/Main (ots) - Zu Jahresbeginn 2009 ist die Lage der chemischen Industrie in Deutschland weiterhin schwierig. Das geht aus einer Blitzumfrage des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) unter Mitgliedsunternehmen hervor: Die Lagerbestände der Unternehmen haben sich zwar zum Teil verringert. Dennoch hat sich die Kapazitätsauslastung im Januar nicht verbessert. Die Produktion lag im Januar weiterhin auf niedrigem Niveau. Im November und Dezember des vergangenen Jahres mussten die Chemieunternehmen die Produktion deutlich drosseln.

   - Schwache Nachfrage nach Chemikalien: Die Mehrzahl der 
     Unternehmen berichtet von Umsatzrückgängen im Januar 2009 im 
     Vergleich zum Jahresende 2008. Dies liegt zum Teil auch an 
     Preisrückgängen, da die Rohstoffpreise deutlich gesunken sind. 
     Sowohl das In- wie auch das Auslandsgeschäft sind gleichermaßen 
     betroffen. Unternehmen, die in einer wenig konjunktursensiblen 
     Sparte wie zum Beispiel Pharma tätig sind, erleiden keine oder 
     nur geringe Umsatzeinbußen, besagt die Umfrage des VCI. 
   - Unternehmen überwiegend pessimistisch: Die Mehrzahl der vom VCI 
     befragten Unternehmen ist bei der Beurteilung der weiteren 
     Geschäftsentwicklung im Jahr 2009 pessimistisch: Für die Sparten
     Anorganische Grundchemikalien, Petrochemie, Polymere und Fein- 
     und Spezialchemikalien wird eine Stagnation oder gar noch ein 
     weiterer Rückgang erwartet. Optimistischer ist die Branche für 
     die konsumnahen Sparten wie Pharmazeutika oder Wasch- und 
     Körperpflegemittel. Hier erwarten die Unternehmen eine leichte 
     Belebung im weiteren Jahresverlauf. 
   - Finanzierungsbedingungen haben sich verschlechtert: Die 
     Finanzierungsbedingungen haben sich in den letzten Monaten 
     insgesamt verschlechtert. Gerade große Unternehmen sind hiervon 
     betroffen. Mittelständische Unternehmen berichten dagegen 
     teilweise von einer Verbesserung der Kreditvergabe. 
   - Kurzarbeit nimmt zu: Die Unternehmen planen in der Krise die 
     Kurzarbeit auszubauen. Darüber hinaus werden flexible 
     Arbeitszeitinstrumente in Anspruch genommen. Vor dem Hintergrund
     der schwierigen Situation sei aber auch eine Reduzierung der 
     Stammbelegschaft nicht mehr auszuschließen, meldeten die 
     Unternehmen dem VCI zurück. 
   - Branche profitiert bisher kaum von den Konjunkturpaketen I und 
     II: Die Mehrzahl der befragten Chemieunternehmen sieht durch die
     Konjunkturpakete noch keine unmittelbaren Auswirkungen auf die 
     Branche. Eine Ausnahme bilden Unternehmen mit Nähe zum Bau- oder
     Automobilsektor. Gleichwohl erhofft man sich eine allgemeine 
     stabilisierende Wirkung und eine Belebung des Konsums. Darüber 
     hinaus fordern die Unternehmen vielmehr eine generelle 
     Verbesserung der Standortbedingungen. 

Pressekontakt:

Manfred Ritz
VCI-Pressestelle
Telefon: 069 2556-1496
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