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Mittwoch, 8. Oktober 2014, 22.25 Uhr
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Mainz (ots) -

Mittwoch, 8. Oktober 2014, 22.25 Uhr

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mit Mitri Sirin und Sandra Rieß

Thema: Heimat oder Unrechtsstaat: Wie war die DDR?
Mauertote und Stasispitzel - ein Staat, der seine Bürger 
drangsalierte. Stimmt alles nicht, meint der ehemalige 
Staatsratsvorsitzende der DDR Egon Krenz: "Es ist nicht wahr, dass 
die DDR 40 Jahre lang gegen das Volk regiert wurde." Dennoch flohen 
die Menschen - immer mehr. Allein 1989 sind es knapp 350 000 
DDR-Bürger, die ihrer Heimat auf legalen oder illegalen Weg Good-bye 
sagen. Die DDR beginnt zu zerfallen. An ihr Ende glaubt jedoch noch 
kaum jemand. Viele haben sich eingerichtet in ihrer Heimat, viele 
arrangiert mit einem Regime im Ostteil des Landes, das nach Meinung 
des Linken-Fraktionschefs Gregor Gysi kein Unrechtsstaat war. Doch 
die Bürger protestieren: "Wir sind das Volk", skandieren sie und 
stürzen damit nicht nur die Mauer, sondern den ganzen Staat. 25 Jahre
danach schaut "log in" zurück und fragt: Wie war die DDR? Schon im 
Vorfeld der Sendung können die Zuschauer auf www.logi n.zdf.de und 
www.facebook.com/zdflogin diskutieren: DDR- Heimat oder 
Unrechtsstaat? 
Die Gäste:

Winfried Glatzeder
Der "Belmondo des Ostens" war ein gefeierter Star in der DDR und 
erlangte durch die Hauptrolle in "Die Legende von Paul und Paula" 
Kultstatus. Trotzdem verließ er seine Heimat 1982 auf eigenen Wunsch,
weil er feststellen musste, "dass der Einzelne in diesem Staat 
rechtlos war, es die behauptete Demokratie nur auf dem Papier gab. 
Jeder, der es wagte, die Entscheidungen der Mächtigen zu kritisieren,
musste um sein soziales und leibliches Wohlergehen fürchten. "

Monika Ehrhardt Lakomy
Die Autorin und Liedtexterin schrieb gemeinsam mit ihrem Mann das 
Musical "Der Traumzauberbaum", mit dem Generationen von Kindern im 
Osten aufwuchsen. Für sie steht fest: "Weil die DDR kein Rechtsstaat 
war, war sie noch lange kein Unrechtsstaat. Was heute oft vergessen 
wird: Die DDR war für viele Menschen vor allem Heimat, von der Ostsee
bis nach Thüringen."

Hugo Müller-Vogg
Der Publizist und Bild-Kolumnist meint: "Ein Staat wie die DDR, der 
seine Menschen einsperren musste, damit sie dem 'sozialistischen 
Paradies' nicht entfliehen konnten, war und bleibt für mich ein 
Unrechtsstaat." 

Andrea Hanna Hünniger
Die Journalistin und Buchautorin wurde 1984 in Weimar geboren. Sie 
will das Schweigen ihrer Elterngeneration über das Leben in der DDR 
brechen und fordert eine differenziertere Darstellung in den Medien: 
"Da wird eine Fantasie-DDR wiederbelebt. Entweder Gruselshow oder 
unbeholfenes Traumland."

Carmen Rohrbach 
Die Biologin und Reiseschriftstellerin entschloss sich 1974 aus der 
DDR zu flüchten, weil ihr das Leben in der ihrer Heimat zu eng 
erschien. Bei einer spektakulären Fluch über die Ostsee nach Dänemark
wurde sie erwischt und zu mehr als zwei Jahren Haft  im berüchtigten 
Frauengefängnis Hoheneck verurteilt. Sie sagt: "Die DDR war ein 
Staat, der die Menschen einsperrte und durch Ideologie manipulierte, 
benutzte und zerstörte."  

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Telefon: +49-6131-70-12121


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