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Dauerthema Cholera: Sauberes Trinkwasser ist Haitis größtes Manko

nph haiti und die St. Luc Stiftung verteilen täglich rund 80.000 Liter sauberes Wasser in Cité Soleil. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/pm/104443 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/nph deutschland e.V."

Karlsruhe (ots) - Seit fast fünf Jahren wütet die Cholera in Haiti und hat bisher über 8.800 Erwachsene und Kinder getötet. Obwohl Cholera sehr einfach mit Infusionen zu behandeln wäre, wird das Land der Cholera-Epidemie nicht Herr. Es fehlt ein funktionierendes Gesundheits- sowie Trink- und Abwassersystem; vor allem in Slums wie Cité Soleil. Wie Ebola, profitiert auch Cholera von schwachen Gesundheitssystemen und erfordert anhaltende Maßnahmen. Das internationale Kinderhilfswerk nuestros pequeños hermanos (nph) ist seit 28 Jahren in Haiti im Einsatz. Im Kampf gegen Cholera hilft nph mit Wasserlieferungen in die Slums, der Cholera-Klinik und der Cholera-Ambulanz in St. Damien, dem modernsten Kinderkrankenhaus Haitis.

"Gwo Machin" - wenn Gesundheit nicht leistbar ist

Laut den im Herbst 2015 auslaufenden Millenniumszielen soll der Anteil der Menschen, die keinen dauerhaft gesicherten Zugang zu hygienisch einwandfreiem Trinkwasser haben, von 65 % auf 32 % halbiert werden. In Haiti ist man von diesem Ziel weit entfernt. Knapp die Hälfte der Einwohner hat keinen direkten Zugang zu sauberem Wasser. Für die andere Hälfte der Bevölkerung bleiben zwei Möglichkeiten: Sie stellen sich stundenlang bei den so genannten "Gwo Machins" an. Diese schweren Wassertankwagen sind im Privatbesitz. Ein Kanister fasst rund 16 Liter sauberes Trinkwasser und kostet 200 Gourdes. Das sind vier Euro, ein horrender Preis, denn rund 78 % der Bevölkerung hat nicht mehr als 70 Cent pro Tag zur Verfügung. Für die Menschen in den Slums bleiben nur Haitis Flüsse, denn Trinkwasser gibt es in den Armenvierteln nicht. Flüsse sind für die Armen Trinkwasserquelle, Bad und Waschmaschine zugleich. Sie bergen aber auch die größte Gefahr: Das Cholera-Bakterium.

Besonders prekär ist die Lage in Haitis Schulen. Denn in drei von vier Schulen haben die Kinder keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Rund 60 % verfügen nicht einmal über Toiletten. Zwar hat die haitianische Regierung Leitlinien zur Hygiene in den Schulen erlassen; die Realität ist jedoch ernüchternd. Heiko Seeger, Geschäftsführer von nph deutschland: "Damit wir für die Kinder das Krankheitsrisiko mindern, erhalten unsere Schulkinder sauberes Wasser und Milch. Allerdings sind die Mädchen und Jungen, wenn sie in ihr ärmliches Zuhause kommen trotzdem der Gefahr ausgesetzt, sich mit den Cholera-Bakterien zu infizieren."

Geldmangel stoppt Impfaktion

Haitis Regierung startete 2014 eine umfassende Impfaktion: 300.000 Menschen - vor allem in den Slums - sollte das schützende Serum verabreicht werden. 2014 wurden 184.517 Menschen geimpft; von Seiten der Regierung wurde dies als großer Erfolg gefeiert. 2015 fehlen der haitianischen Regierung allerdings die Finanzmittel für weitere Impfungen. "Impfungen sind insbesondere für Kinder wichtig. Für Cholera gibt es Schluck- und Injektionsimpfstoffe. Sie bieten aber keinen sicheren Schutz gegen eine Infektion. Deshalb ist eine konsequente Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene eigentlich der beste Schutz. Doch arme Menschen haben keine Chance auf diese Arten der Hygiene", sagt Seeger. Bis Haiti über ein flächendeckendes und funktionierendes Wassersystem verfügt, werden noch Jahrzehnte vergehen.

Haitianer weiterhin auf Hilfsorganisationen wie nph angewiesen

Für die Ärmsten der Armen in Haiti sind Hilfsorganisationen wie nph die einzigen Anlaufstellen für sauberes Wasser und die Cholerabehandlung. Seit vielen Jahren liefern die Teams von nph und der Schwesterorganisation St. Luc Trinkwasser an die Einwohner von Cité Soleil und anderen Slums. Bis zu sechs Mal täglich fahren die Wassertrucks, die ein Fassungsvermögen von je 19.000 Liter haben, in die Armenviertel. Sie verteilen rund 80.000 Liter Wasser pro Tag, eine fünfköpfige Familie bekommt rund zehn Liter. Täglich profitieren so über 30.000 Menschen von den Wasserlieferungen. Neben der Trinkwasserlieferung wird auch die Wasserversorgung der sanitären Anlagen wie beispielsweise der Latrinen sichergestellt, die nph gemeinsam mit den Bewohnern errichtet hat. Auch dieser Teil der Wasserlieferungen hilft effektiv gegen neue Cholera-Erkrankungen.

Cholera-Behandlung im modernsten Kinderkrankenhaus Haitis

Seit 2006 bietet nph mit dem Kinderkrankenhaus St. Damien vielen haitianischen Familien eine medizinische Versorgung auf hohem Niveau. Die Klinik verfügt über 120 Betten und ist das bestausgestattete Kinderkrankenhaus in Haiti. In der Cholera-Ambulanz konnten seit Ausbruch der Krankheit im Oktober 2010 über 41.000 Haitianer geheilt werden; rund die Hälfte davon waren Kinder. Die Behandlung erfolgt mit einer oralen Rehydrationslösung, auch ORS (oral rehydratation solution) genannt. Die Lösung besteht aus Wasser, Glukose und Elektrolyten wie Natrium oder Kalium. Zusätzlich werden Antibiotika eingesetzt, vor allem um die Dauer der Durchfälle zu reduzieren. Mit dieser Behandlung kann Cholera - abhängig vom jeweiligen Gesundheitszustand des Patienten - zu 99 % geheilt werden. Ohne Behandlung sterben bis zu 70 % der Infizierten.

nph hilft seit 60 Jahren Not leidenden Kindern

nuestros pequeños hermanos (nph) wurde 1954 von Padre William Wasson gegründet, um verwaisten und verlassenen Kindern in Lateinamerika ein Zuhause zu schenken. Zurzeit leben 3.400 Kinder in elf Kinderdörfern in Lateinamerika. In Haiti ist die Organisation seit 1987 aktiv und hat dort zahlreiche Einrichtungen und Programme aufgebaut. Die Kinder leben bei nph wie in einer großen christlichen Familie, gehen zur Schule und können einen Beruf erlernen. Seit der Gründung des ersten Kinderdorfes sind schon mehr als 18.000 Kinder bei nph aufgewachsen und haben erfahren, was bedingungslose Annahme und Liebe, Teilen, Mitarbeit und Verantwortung bedeutet. Außerdem leistet die Organisation in ihren Projektländern humanitäre Hilfe für viele Hunderttausende Menschen.

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