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Frankfurter Rundschau: Nein zu Frieden ist kein Ja zum Krieg

Frankfurt (ots) - Zweifellos ist das Nein der Kolumbianer zum Friedensvertrag zwischen Regierung und den Farc-Rebellen ein Rückschlag für den Friedensprozess. Das Ende der schwierigen Entwicklung muss es aber nicht sein. Dafür spricht, dass sich Präsident Juan Manuel Santos und Guerilla-Chef Rodrigo Londoño alias "Timochenko" nach der Abstimmung zu dem umstrittenen Friedensvertrag bekannten. Die denkbar knappe Mehrheit für ein Nein zum Frieden bedeutet auch kein Ja zum Krieg. Viele in Kolumbien haben den Eindruck, dass ein Farc-Kämpfer nach diesem jahrzehntelangen Bürgerkrieg mit Zigtausenden Toten möglicherweise besser dasteht als ein Campesino, der unter dem blutigen Konflikt litt und leidet. Der Fehler lässt sich korrigieren. Dafür müssen alle Beteiligten erneut über ihren Schatten springen. Präsident Santos hatte etwa Nachverhandlungen vor der Abstimmung ausgeschlossen. Diesen politischen Preis sollten die Beteiligten zahlen, damit das Land den Konflikt hinter sich lassen kann.

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