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Frankfurter Rundschau: Gabriels Taktik

Frankfurt (ots) - SPD-Chef Sigmar Gabriel schwärmt, wie toll es wäre, wenn zwei oder drei Leute aus der Führungsspitze gegeneinander anträten. Natürlich weiß auch Gabriel, dass dieser Fall nicht eintreten wird. Sein Motiv ist taktischer Natur: Er möchte seine parteiinternen Kritiker in die Mithaftung für die riskante Kandidatur nehmen. Wer nicht selber antritt, soll die Klappe halten. Vielleicht schwebt ihm auch eine erneute Trennung von Parteivorsitz und Kandidatur mit Martin Schulz als Merkel-Herausforderer vor. Der Plan wird kaum aufgehen. Es lohnt, die Replik des Hamburger Bürgermeisters Olaf Scholz zu lesen: Er nennt Gabriel den "natürlichen Kanzlerkandidaten" und begründet seine Nicht-Bewerbung mit sozialdemokratischer Solidarität. Einfacher wäre die Antwort: "Mein Platz ist in Hamburg." Doch das sagt Scholz nicht. Für Gabriel heißt das: Er muss sich bald entscheiden. Tritt er an, wird ihn die SPD unterstützen. Wenn nicht, steht an der Elbe ein potenzieller Nachfolger bereit.

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