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Frankfurter Rundschau: Europas Ablasshandel

Frankfurt (ots) - Zweihundertundzwei Flüchtlinge sind am Montag von Griechenland zwangsweise in die Türkei gebracht worden. 43 Flüchtlinge reisten von der Türkei in die EU, nach Deutschland und Finnland, mit dem Flugzeug. 202 Dramen, 43 vorläufige Happy Ends, vermutlich zumindest. Schwer wiegt dieser Montag für jeden der Betroffenen. 202 und 43 sind keine Zahlen, die beeindrucken, angesichts von Millionen auf der Flucht. Sie erinnern eher daran, wie jämmerlich auch die im Herbst von den EU-Mitgliedsstaaten beschlossenen Flüchtlingskontingente umgesetzt worden sind. Eine umfassende Flüchtlingspolitik ist das noch nicht. Das EU-Türkei-Abkommen ist zunächst nicht mehr als ein Ablasshandel: Europa versucht sich von der lästigen Pflicht loszukaufen, sich mit Flüchtlingen auseinandersetzen zu müssen. Die Route auf die griechischen Inseln mag nun versperrt sein. Aber wer verzweifelt ist, wird andere Wege finden. Wie die EU mit diesen Flüchtlingen umgeht, ist die interessante Frage.

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