Frankfurter Rundschau

Frankfurter Rundschau: Kommentar zur neuen EU-Kommission

Frankfurt (ots) - Der neue Kommissionschef zeigte in der Vorwoche schon mal sein politisches Geschick. Er kann sich seine Kommissare nicht aussuchen, sie werden von den Mitgliedsstaaten angedient. Das EU-Parlament aber muss sie bestätigten. Juncker wusste um die Lust zur Rebellion unter den Abgeordneten. Und er kannte die Regeln des politischen Gleichgewichts - PoGl. Und so pogelte Juncker sein Team fein aus. Den drei Problembären von rechts (Miguel Arias Canete, Tibor Navracsic, Jonathan Hill) stellte er mit Moscovici das Sorgenkind von links entgegen. Das Gleichgewicht des Schreckens der Ablehnung funktionierte, Christ- und Sozialdemokraten blockierten einander. Drei rechts, einen links, keinen fallen lassen, am Ende wurden alle vier Wackler bestätigt. Nur Navracsics muss das Ressort wechseln. Aber allein, dass der Mann, der die Medien in Ungarn beschränkte, als EU-Kommissar durchkam, kann Juncker als Erfolg werten. Der vermeintliche Flop war eine taktische Finte.

Pressekontakt:

Frankfurter Rundschau
Kira Frenk
Telefon: 069/2199-3386
Original-Content von: Frankfurter Rundschau, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Frankfurter Rundschau

Das könnte Sie auch interessieren: