Aktionsbündnis "Tiere gehören zum Circus"

Aktionsbündnis "Tiere gehören zum Circus": Wildtierverbote sind der neue Veggie-Day

Aktionsbündnis "Tiere gehören zum Circus": Wildtierverbote sind der neue Veggie-Day
Aktionsbündnis "Tiere gehören zum Circus": Wildtierverbote sind der neue Veggie-Day / Raubtierflüsterer Martin Lacey und die Löwin Clio im Circus Krone. Der traditionelle Zirkus zeigt auf eindrucksvolle Weise, dass Menschen und Tiere in Harmonie zusammenleben können. In Zeiten fortschreitender Naturzerstörung und Tierausrottung ist dies ...

Kirchheimbolanden (ots) - Zurzeit nutzen die Tierrechtler die aktuelle Weihnachtszirkus-Saison, um erneut gegen Wildtiere im Zirkus zu polemisieren. Bei der Kampagne der Zirkusgegner spielt die Behauptung eine große Rolle, dass der Zeitgeist sich gewandelt habe und keine Vorführungen mit Wildtieren mehr dulde. Auch einige Lokalpolitiker bedienen sich dieser Argumentation. Der Heilbronner Oberbürgermeister Harry Mergel begründete damit kürzlich den Beschluss des Stadtrats, ab 2016 keine Wildtiere mehr auf öffentlichen Flächen zuzulassen. Nach den Beobachtungen des Aktionsbündnisses "Tiere gehören zum Circus" empfinden immer mehr Menschen diese Argumentation als befremdend.

Zum einen: Die Behauptung, dass Wildtiere im Zirkus mit dem Zeitgeist nicht zu vereinbaren seien, ist schlicht falsch. Und zum anderen: Selbst wenn sie richtig wäre, dürften Politiker den traditionellen Zirkus mit Wildtieren nicht per Gesetz verbieten.

Zum ersten Punkt: Die enorm hohen Besucherzahlen in den Weihnachtszirkussen zeigen, dass die Behauptung der Zirkusgegner offensichtlich nicht zutrifft. Wie in den vergangenen Jahren erwarten die Veranstalter der großen Shows auch diesmal eine (fast) vollständige Auslastung der Zelte. Dies sollte den Zirkusgegnern auch deshalb Anlass zum Nachdenken geben, weil schon seit langem nicht mehr so viele Wildtiere in den Manegen der Weihnachtszirkusse zu sehen waren wie in diesem Jahr. Als Beispiele seien die spektakuläre Raubtiershow des Italieners Stefano Orfei in Heilbronn und die mit dem Goldenen Clown ausgezeichnete Elefantennummer der deutschen Artistenfamilie Casselly in Stuttgart erwähnt.

Die diesjährige Ausgabe der RTL-Casting-Show "Das Supertalent" weist in die gleiche Richtung. Die wunderbare Seelöwen-Darbietung von Erwin Frankello wurde vom vorwiegend jugendlichen Publikum auf den zweiten Platz gewählt.

Offensichtlich werden die Besucher durch die Begegnung zwischen Tierlehrer und Wildtier ganz besonders fasziniert. Der traditionelle Zirkus zeigt auf eindrucksvolle Weise, dass Menschen und Tiere in Harmonie zusammenleben können. In Zeiten fortschreitender Naturzerstörung und Tierausrottung ist dies eine Botschaft, die die Menschen tief berührt.

Zum zweiten Punkt: Selbst wenn Wildtiere im Zirkus mit dem Zeitgeist nicht mehr zu vereinbaren wären, darf dies kein Grund sein, Wildtiervorführungen zu verbieten. Ob eine Veranstaltung Bestand hat oder nicht, bestimmen allein die Besucher durch ihr Verbraucherverhalten. Politiker haben nicht das Recht, die Freizeitaktivitäten der Bürger durch Verbote und Verordnungen zu reglementieren. Diese Bevormundung erinnert sehr an die Pläne für einen Veggie-Day in Kantinen, mit dem die Grünen vor einiger Zeit so grandios gescheitert sind. Die Tierrechtsideologie darf nicht durch Gesetze verordnet werden. In dieser Frage müssen Glaubensfreiheit und Basisdemokratie herrschen.

Zirkusverbote sind auch deshalb untragbar, weil namhafte Biologen immer wieder nachgewiesen haben, dass Zirkus mit (Wild)tieren keine Tierquälerei ist. Eine tiergerechte Haltung von Wildtieren im Zirkus ist möglich und wird in guten Unternehmen auch praktiziert. Es liegt also weder ein Widerspruch zum Tierschutzgesetz noch zum Staatsziel "Tierschutz" vor.

Das Aktionsbündnis "Tiere gehören zum Circus" fordert deshalb die Lokalpolitiker von Heilbronn und anderer Kommunen mit Nachdruck auf, zu einer faktenorientierten, demokratischen Politik zurückzukehren und Gastspiele traditioneller Zirkusbetriebe mit Wildtieren auf öffentlichen Plätzen auch weiterhin zu genehmigen.

Der Text wurde von Dirk Candidus geschrieben.

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