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Schwäbische Zeitung: Gysi trifft ins Schwarze - Kommentar zur Linkspartei

Ravensburg (ots) - Von der Linkspartei hat man länger nichts mehr gehört, doch nun platzt der Streit zwischen Ex-Fraktionschef Gregor Gysi und der amtierenden Linken-Spitze mitten in die Zeit vor dem Parteitag. Und um es klar zu sagen: Gysi hat Recht.

Seine Diagnose, die Willkommenskultur sei grundsätzlich richtig, aber fälschlicherweise nicht mit einem politischen Programm für die unteren Bevölkerungsgruppen verbunden gewesen, trifft ins Schwarze. Denn gewisse Teile der Wählerschaft der Linkspartei, die sozial Schwachen und von staatlicher Unterstützung Abhängigen, konkurrieren mit den Flüchtlingen eben nicht nur um Jobs, sondern auch um den knappen bezahlbaren Wohnraum. Da liegt es nahe, dass in diesen Schichten die Zuwanderung anders gesehen wird als in den besseren Vierteln.

Es wäre deshalb an der Linkspartei gewesen, sich für die Probleme ärmerer Menschen einzusetzen, die mit der Flüchtlingskrise zusammenhängen, ohne Ressentiments gegen Flüchtlinge à la AfD zu schüren. Diese Gelegenheit hat die Partei jedoch zu oft verpasst und stattdessen vor allem in Person von Sahra Wagenknecht eine Rhetorik hingelegt, die klarmachte, dass AfD und Linke eben doch um Wähler konkurrieren.

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