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Schwäbische Zeitung: Kommentar: Franziskus ist kein Sonntagspapst

Ravensburg (ots) - Man könnte es sich leicht machen und sagen: Er macht es sich leicht, dieser Papst. Der hat schließlich keinen Front National oder eine AfD im Rücken oder - wie die deutsche Kanzlerin - eine verunsicherte Partei. Da kann der zum Flüchtlingselend leicht beschwörende Worte reden und mit großen Gesten aufwarten.

Daran ist vordergründig etwas Wahres. Aber im Kern ist die Sache dann doch anders und viel einfacher. Eben weil Franziskus keiner Partei und keinem Wahlvolk verpflichtet ist, sondern nur dem Evangelium, darf er nicht nur so reden und handeln, wie er das tut, er fühlt sich dazu verpflichtet. Der Papst erkennt keine furchterregenden Flüchtlingsströme, sondern er identifiziert Tausende menschlicher Individuen in Not. Deren alltägliches Elend treibt ihn um. Franziskus ist kein Sonntagspapst, sondern ein Alltagspapst. Er erinnert die Christen - nicht nur die katholischen - an ihre elementare Pflicht, nach Kräften zu helfen. Leiten lässt er sich vom - wenn man so will - urchristlichen Schlachtruf: "Fürchtet euch nicht!" Der wirkt entspannend und macht ihm sein Amt tatsächlich leicht.

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