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Schwäbische Zeitung: "Der Knackpunkt bleibt" - Kommentar zum geplanten Kulturgutschutzgesetz

Ravensburg (ots) - Jetzt liegt das geplante Gesetz zum Kulturgutschutz endlich auf dem Tisch. Mal wieder zeigt sich, dass vieles nicht so heiß gegessen wie gekocht wird. So sollen Werke lebender Künstler nur mit deren Zustimmung auf die Liste - eine kluge Entscheidung, die Stars wie etwa dem empörten Georg Baselitz den Wind aus den Segeln nimmt. Auch die Befürchtung, Dauerleihgaben von Sammlern könnten künftig von heute auf morgen zum Staatseigentum erklärt werden, war offensichtlich nichts als Panikmache. Und dass öffentliche Museumsbestände bald generell unter Schutz stehen, ist in Zeiten klammer Kassen nur zu begrüßen.

Größter Knackpunkt bleibt aber weiterhin die Frage, was als "national wertvolles Kulturgut" gilt - und damit im Prinzip unter Ausfuhrverbot steht. Es gibt zwar nun eine gesetzliche Definition dafür, aber vieles wird Auslegungssache bleiben. Im Grunde genommen ist es absurd, überhaupt nationale Grenzen für die Kunst zu ziehen. Hätte es früher solche Gesetze gegeben, sähe es in unseren Museen traurig aus.

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