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Schwäbische Zeitung: "Königin bei Freunden" - Leitartikel zum Besuch der Queen

Ravensburg (ots) - In Berlin und vielerorts in Deutschland steigt die Vorfreude auf den Besuch der Queen. Manch einer plant schon seine Woche, um die Monarchin bei der Bootsfahrt auf der Spree oder dem Flanieren auf dem Frankfurter Römerberg live erleben zu können. Andere werden ab heute die Sondersendungen im Fernsehen über die hohen Gäste aus London verfolgen, sich zur Erinnerung an den letzten England-Urlaub vielleicht einen Gin Tonic gönnen und mit Freunden Wetten auf die Farben der königlichen Hüte und Handtaschen abschließen.

Es ist eben kein gewöhnliches Ereignis, der viertägige Besuch der 89-jährigen Königin, die erstmals 1965 in Bonn die Weichen für die große Freundschaft der Briten und Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg gestellt hat. Zum siebten Mal reist nun das Staatsoberhaupt in offizieller Mission in die Bundesrepublik; es ist eine Ehre und ein Zeichen dafür, welch hohen Stellenwert in London die Partnerschaft mit der führenden Wirtschaftsnation Europas hat. Die Queen verbinden mit Deutschland zudem die familiären Wurzeln der Windsors im einstigen Welfenhaus Hannover. Doch warum ist Elizabeth II. für uns so wichtig?

Eine mögliche Antwort ist, dass wir uns in einer sich schnell verändernden und schwierigen Welt nach großen Leitfiguren, nach Symbolen der Stabilität und Beständigkeit sehnen. Die Königin, die seit einer halben Ewigkeit gewissenhaft und unerschütterlich ihre repräsentativen Pflichten erfüllt, ist solch eine Respektsperson, ein Fels in der Brandung, ein bescheidenes Vorbild ohne sichtbare Makel. Dass wir die Queen heute so sehen, ist ein Meisterstück der PR-Abteilung des Buckingham-Palastes, die die Hausherrin gekonnt ins beste Licht setzt.

Doch auch ohne die royale PR schätzen die Deutschen das sympathische, weltoffene Inselvolk, dessen oberster Repräsentant die Queen ist. Die Briten haben uns parlamentarische Traditionen geschenkt und unse Weltsicht durch ihren kulturellen Einfluss stark geprägt. Darum sagt Deutschland heute: "Herzlich willkommen, Ihre Majestät!"

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