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Schwäbische Zeitung: Große Ungereimtheiten

Ravensburg (ots) - Zwölf Stunden, drei Zeugen und am Ende zwei Versionen, das war die Bilanz der Sitzung des Edathy-Untersuchungsausschusses vor Weihnachten. An dieser verworrenen Lage hat sich leider nichts geändert.

Jörg Ziercke kämpft um seine Ehre, um sein Ansehen, um seine Pension. Es klingt plausibel, wenn der Ex-BKA-Chef sagt, er habe gar keinen Grund gehabt, Edathy vorzuwarnen, zumal er ihn äußerst unsympathisch findet. Er habe nur, wie es seine Pflicht war, das Innenministerium informiert. Doch, so einleuchtend das ist, auch bei Ziercke bleiben ein paar Fragen offen. Was und wie viel hat er SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann verraten? Hier wird der redemächtige BKA-Chef, der statt als Zeuge aufzutreten die Rolle des Sachverständigen und Richters einnahm, sehr schweigsam.

Sebastian Edathy wiederum kämpft gegen den Vorwurf der Kinderpornografie. Er hat kaum noch etwas zu verlieren, und er sagt eidesstattlich aus, er sei kontinuierlich über die Ermittlungen informiert worden. Weiterhin steht Aussage gegen Aussage. Große Ungereimtheiten bleiben. Auch die entscheidende politische Frage, ob und wer Edathy gewarnt hat, wie viele eingeweiht waren und ob für Politiker andere Gesetze gelten als für normale Bürger, ist noch unbeantwortet. Der Auftritt von Thomas Oppermann dürfte deshalb besonders spannend werden.

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